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CIRITH UNGOL – Dark Parade (2023)

(8.560) Maik (9,4/10) Epic Doom Metal


Label: Metal Blade Records
VÖ: 20.10.2023
Stil: Epic Doom Metal






Kommt man auf das Thema epischer US- Metal, fällt neben dem Namen MANILLA ROAD definitiv auch immer der Monicker CIRITH UNGOL. Und CIRITH UNGOL sind und waren immer Kult, denn obwohl textlich mit der Sword and Sorcery- Thematik verwoben, war die Formation aus Ventura, Kalifornien immer etwas eigen. Das beginnt schon mit Tim Bakers Gesang, der eben nicht so bardenhaft glattgebügelt daherkommt und hört mit den eindeutigen Querverweisen in Richtung Doom Metal noch lange nicht auf. Schon in der ersten Phase der Bandexistenz, die immerhin mehr als zwanzig Jahre andauerte, brachte die Combo Alben hervor, die allesamt den Stempel ‚Klassiker‘ tragen können.

Das macht auch ein wenig den magischen Kultcharakter aus, der sich wie Shelobs Gewirk um die Band gewoben hat, nachdem sie 1992 das Schwert aus der Hand legte. Ich kann mich noch an den Moment erinnern, als ich den ersten Song der Band hörte, eben „Cirith Ungol“, und vom Fleck weg begeistert war. Als die Band 2015 wieder auferstand, war ich zunächst skeptisch, ob sie an die Heldentaten der Vergangenheit anknüpfen kann, und so traute ich mich lange nicht an „Forever Black“ heran, da ich die Legende nicht zerstören wollte. Ach so, viele Helden haben sich mit halbgaren Reunions selbst demontiert.

Dies waren, aus heutiger Sicht, ziemlich dumme Gedanken, denn CIRITH UNGOL haben nicht nur wieder ihren angestammten Platz als Epic/Heavy/Doom- Institution eingenommen, sondern setzen mit „Dark Parade“ nun noch einen drauf. Und was soll ich sagen, die Magie ist immer noch da. Das Whelan- Artwork mit dem bleichen Helden Elric auf dem Cover atmet schon mal Traditionsbewusstsein, doch was zählt, ist eben die Musik.

Und da kann ich definitiv sagen, dass CIRITH UNGOL auch in dieser Hinsicht eine Macht sind. Tim Bakers charakteristischer Gesang ist natürlich ein Markenzeichen, und er hat trotz seiner 66 Jahre keineswegs an Intensität eingebüßt. Dazu kommt das Songwriting, welches ebenfalls die Trademarks der Band aufzeigt, durch moderne Aufnahmetechniken aber noch mehr Druck aufbaut. Das war es dann aber auch mit Moderne. Denn sowohl das flotte „Velocity (S.E.P.)“ als auch das episch/doomige „Sailor On The Seas Of Fate“ atmet den Geist der frühen CIRITH UNGOL- Tage.

Mächtiges Riffing und die eindringlichen Vocals, die immer zwischen Melodik, epischer Wucht und schmerzhafter Theatralik hin und her schwanken, paaren sich mit ausufernden und genialen Gitarrensoli, die einfach nur noch Kaskaden der Gänsehaut auf den Leib zaubern. Faszinierend auch, mit welcher Dichte die Jungs unterwegs sind. Da passiert eigentlich ständig was, und ein Spannungsmoment jagt den nächsten. Man hat förmlich den Eindruck, als würden es die bandtypischen Elemente nur mit Mühe schaffen, die Wucht der Kompositionen im Zaum zu halten.

Seitdem durch Mark Sheldons Tod verursachten Ende von MANILLA ROAD sind ja einige Epigonen um den verwaisten Epic/Doom- Thron geschlichen und meldeten durchaus ernstgemeinte Ansprüche an, selbigen zu besteigen. Doch dann erschienen CIRITH UNGOL aus ihrer frühzeitig errichteten Gruft und wischten diese Usurpatoren mit einem Schwerthieb beiseite. Mit „Dark Parade“ zeigen sie nun, dass sie diesen Thron zu Recht innehaben. Und ich sehe förmlich Jerry Fogle in Metalhalla sitzen, den anderen dort hausenden Metalheroes triumphierend zuprostend und schelmisch grinsend zu rufen: ‚Meine Jungs!‘

Anspieltipp: „Velocity (S.E.P.)“ und „Sailor On The Seas Of Fate“


Bewertung 9,4 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Velocity (S.E.P.)
02. Relentless
03. Sailor On The Seas Of Fate
04. Sacrifice
05. Looking Glass
06. Dark Parade
07. Distant Shadows
08. Down Below




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