ENTOMBED

Left hand path (1990)




Montag, der 08.März 2021. 10:00 Uhr. Ich sitze vor dem Rechner und bearbeite nach einer gefühlten Ewigkeit unsere Zephyr’s Odem Classics, die in der Vergangenheit mehr als kleiner Lückenfüller dienten und in den Jahren zumeist stiefmütterlich behandelt wurden. Während dieser Arbeit dachte ich darüber nach, welche Scheibe man denn als nächstes ins Programm mit aufnehmen könnte. Hm…Schweden Death war noch gar nicht vertreten, doch welche nehmen? Ja, ich verehre Grave mit ihrem Gesamtwerk, doch maßgeblichen Einfluss hatte ganz klar „Left hand path“ von Entombed. Also stand fest: Bei nächst bester Gelegenheit würde dieser Klassiker in unsere Rubrik aufgenommen werden.

11:00 Uhr. Entombed A.d. melden auf ihrer Facebook Seite, dass der seit langem schwer erkrankte, doch niemals aufgebende und an sich selbst glaubende Sänger Lars Göran Petrov, an den Folgen des verschissenen Krebses in der Nacht seinem Leiden erlegen ist. Nennt es Schicksal, aber mir lief in diesem Moment nicht nur ein kalter Schauer den Rücken runter.

Ich hatte keinerlei Bock auf einen Nachruf, auch wenn ich mit dem extrem spaßigen Kollegen so manches Bier in den letzten 30 Jahren leeren durfte (er allerdings meist mehr als ich), da er einfach nur in ein anderes Level gewechselt ist und sein Vermächtnis für immer und ewig weiterleben wird. Das merke ich, mit einer Träne im Augenwinkel, als beim Schreiben dieser Zeilen diese 1990 erschienene Göttergabe eine weitere Runde auf meinem Plattenteller dreht und viele Erinnerungen an eine Zeit aufkommen, in der den Extremen in der Musik keinerlei Grenzen gesetzt waren und immer wieder neuer Stoff an die Oberfläche gespült wurde, mit dem man seinen Mitmenschen gehörig auf den Zeiger gehen konnte.

Leute, wer erinnert sich nicht an den genialen Opener mit seinem großartigen Intro, dem Keyboard Mittelteil, bei dem man Gänsehaut am ganzen Körper verspürt, akustischen Atombomben wie „Drowned“, „Supposed to rot“ oder „Revel in flesh“, der als Namensgeber eine viel später an den Start gehenden Todesblei Formation dienen sollte. Überhaupt hat dieses brillante Album bis heute tausende Bands inspiriert, sei es musikalisch, sei es namenstechnisch. Fragte man diese, fiel oft der Name Entombed, denn niemand hatte bis dahin den bis heute schon teilweise inflationär verbreiteten HM-2 Sound so großartig zelebriert wie die vier Schweden.

Man könnte noch so viel über dieses Album schreiben, über meine persönlichen Erinnerungen, über zahllose Coverversionen, die dieses Album nach sich zog oder diese ganze A.D. Geschichte, doch das würde zu weit führen. Dennoch zeigt es deutlich, welch Meilenstein hier vor 31 Jahren veröffentlicht wurde, bei dem sogar das Back Cover zum Kult avancierte und viele dazu inspirierte, sich vor dem Kreuz auf dem Friedhof Skogskyrkogården in Stockholm fotografieren zu lassen.

L.G., ruhe in Frieden, sauf Lemmy da oben den Kühlschrank leer., mach weiter deine Späßchen, grüße unseren Ennie ganz lieb von uns und tausche mit ihm legendäre Anekdoten aus, von denen Du eine ganze Menge erlebt hast und uns daran hast teilhaben lassen. Und Euch sei gesagt: „Left hand path“ auflegen, aufdrehen und ausratsten…ich tu es gerade jedenfalls!





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