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Live on Stage-Report: METAL GODS FESTIVAL

15. – 16.07.2022 Waldesruh @ Sportplatz



So langsam aber sicher entwickelt sich das zweite Juli Wochenende zu einem festen Termin im Berliner Metal(l) Kalender, denn das von Halford Chef initiierte Metal Gods Festival mausert sich langsam aber stetig.

Das Billing ist durchweg stark, die auf dem Gelände arbeitenden Helfer hoch motiviert, das Bier kalt und lecker und überhaupt fühlt man sich vom ersten Moment an wohl auf dem Gelände des ortansässigen FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh.

Eine Sache war allerdings gleich zu Beginn etwas kurios. Doch der Reihe nach.




Ich hatte meine Arbeit an dem Tag so eingetaktet, dass noch Zeit für ein kleines Bubu blieb und ich somit pünktlich zu Hateful Agony auf dem Platz stehen sollte. Doch Pustekuchen. Am Donnerstagabend rief Sänger Gianni di Salvo bei Sven Rappoldt an und berichtete, der Gig müsse aufgrund eines Corona Falls leider ausfallen. So far, so bad….wenn nicht die Band 10 Minuten später ebenfalls anrief, um zu fragen, ob ihr EHEMALIGER Sänger gerade angerufen hätte, um den Gig abzusagen. Verhältnisse wie früher beim Denver Clan, falls den überhaupt noch jemand kennt.

Aber egal. Somit erreichten wir das Gelände in Time und freuten uns auf die Lokalmatadore von Fadead, die im letzten Jahr mit „Anacreonean affairs“ eine fette EP veröffentlichten und diese heute nun endlich mal live präsentierten. Leider war der bereits vor Ort befindliche Mob noch etwas träge, so dass das Quartett vor einem noch recht leeren Infield spielen mussten. Machte aber gar nichts, denn der hier präsentierte Mix aus Death und Thrash Metal ging gut nach vorne und vor allem der Sound ließ sich hören. Die Jungs präsentierten sich verdammt professionell und wenn man den guten Eindruck der EP noch weiter vertiefen kann, sollte mal wieder was richtig Starkes aus der Hauptstadt auf uns zurollen.

Hanseaten Alarm! Aus meiner zweiten Heimat standen nun Black Hawk mit traditionellem Heavy Metal der alten Saxon Schule auf dem Programm und wussten den nun etwas volleren Platz vor der Bühne gut zu unterhalten. Natürlich durfte man hier nicht die Quadratur des Kreises erwarten, was Songtitel wie „Destination hell“ oder „Shoot shoot“ schon im Vorfeld verdeutlichten, dennoch war das bei der nun aufkommenden Sonne durchaus ein geeigneter Soundtrack, um sich ein bis drei Frischgezapfte die Kehle runterrinnen zu lassen.

42 Jahre gibt es die Hamburger schon und es werden sicherlich noch ein paar dazukommen, denn die Spielfreude des Quartetts lässt erahnen, dass da noch lange nicht Schluss ist. Ok, mir persönlich war das ein wenig zu plakativ und auch braucht so eine Mucke definitiv eine zweite Gitarre, doch dem Publikum schien es zu gefallen und das ist doch wohl die Hauptsache, statt einem etwas mehr auf die härtere Gangart stehenden Redakteur Honig in den Kinnbart zu schmieren. Allerdings hätte der Ozzy Klassiker „Crazy train“ nicht unbedingt sein müssen…

Bereits im Januar überraschte uns das neue Signing aus dem Hause Iron Shield Records, denn von Space Parasites hatte selbst ich noch nie etwas gehört, obwohl die Witch Metaller ebenso wie ich Berlin ihre Heimat nennen. Umso größer war die Freude, dass nach Indian Nightmare erneut eine Band ihren Weg nach oben finden wird, die nicht den gängigen Konventionen entsprechen und sich einen Scheiß und Trends und Stimmungen scheren. Dieser räudige Mix aus Thrash, etwas Punk und Speed Metal traf bei vielen von uns in der Redaktion den Nerv. Doch nun galt es zu beweisen, dass die großartige Mucke auch live funktioniert.

Und ja, dass tat sie! Die Reibeisenstimme von Fronterin Danger Diene ist das Hauptaugenmerk, doch auch der Rest der Band weiß, wie man der Masse richtig einheizt. Ein toller Sound tat dazu sein Übriges, dass der Auftritt so richtig in die Vollen ging und mich komplett begeisterte. Auch Frauchen schwang ihre Hüfte und auch der Abstand zwischen Bühne und Publikum wurde nun kürzer. Tolle Riffs, eine schöne Atmosphäre und verdammt geiles Songmaterial sollten auch zukünftig dafür sorgen, dass Space Parasites ihren Weg gehen werden. Ich fand’s verdammt stark und freue mich auf weitere Schandtaten des Quintetts.

Mit dem Goth’n’Roll aus Rostock den Mainpoint nun auch schon seit einigen Jahren auf die Bühne legen, werde ich einfach nicht warm. Dennoch ist es scheiße, wenn bereits nach dem ersten Song eine Basssaite reißt du somit die berühmte peinliche Pause entsteht. Dennoch tat das der Stimmung beim Publikum keinerlei Abbruch, die bei den Rostockern gut mitgingen und ausgiebig das Tanzbein schwangen. Und ja, ich muss zugeben, dass mit weiterem Verlauf des Gigs auch bei mir durchaus ab und an der rechte Fuß mitwippte. Dennoch macht mir Frontmann Axel ein wenig zu sehr den Peter Steele, den man einfach nicht kopieren kann und sollte.

Doch auch hier muss ganz klar gesagt werden, dass ich es mir nicht anmaßen will, aufgrund meiner persönlichen Befindlichkeiten von einem langweiligen Auftritt zu sprechen, denn der Großteil der Besucher waren da gänzlich anderer Meinung und wenn alle zufrieden sind, mitgehen und eine Menge Bier trinken, haben Manpoint ihre Mission erfüllt, auch wenn es nicht my cup of coffee ist und auch bleiben wird.

Auch wenn den Thüringern bis heute der absolute Erfolg verwehrt geblieben ist, so muss man sich einfach dran gewöhnen, dass Macbeth einfach zur Speerspitze des deutschen Metals gehören. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass man Hanno, Ralf und ihren Mitstreitern nachts um 3 die Arbeitsgeräte in die Hand drücken könnten und sie würden dennoch abliefern. Nein, einen schlechten Macbeth Gig habe ich noch nie gesehen und auch wenn heute diverse technische Schwierigkeiten der Truppe das Leben schwer machte und auch Alex Gitarre zwischenzeitlich komplett verschwunden war, ließen sich die Gotteskrieger nicht davon abbringen, trotzdem mit Spaß in den Backen ihren Set grandios runterzuprügeln.

Eine tolle Setlist, wobei allerdings auch heute der Überhit „Kamikaze“ schon wieder nicht gespielt wurde (boooooh), ein Wahnsinnspunch von Steffen und eine Band, die einfach perfekt aufeinander eingespielt ist und sich nicht von irgendwelchen Widrigkeiten unterkriegen lässt. Auch, dass die Spielzeit eingekürzt wurde, was vor allem Frontmann Olli mehr als sauer aufstieß, schien Macbeth tierisch am Poppes vorbeizugehen. „Das Boot“, „Hunde wollt ihr ewig leben“ und natürlich alle Songs der „brandneuen“ Scheibe (hehe) gingen voll ins Mett und rissen einfach alle mit. Machen wir uns kurz: Egal unter welchen Umständen, Macbeth gehen immer! Total geil!!!

Leider hatte Ferli ja bereits in unserem Interview angekündigt, dass er mit seinem neuen Standbein Knife nicht beim Metal Gods auflaufen würde, doch das machte irgendwie nicht viel aus, denn der brasilianische Wirbelwind hinter der Schießbude vertrat ihn verdammt würdig. Ok, ich hätte mich verdammt gefreut, den Milking the Goatmachine Trommler mal wieder persönlich zu treffen, doch die Geburt seines ersten Kindes geht natürlich vor. Doch zurück zur Mucke.

Knife waren ja im letzten Jahr mein Newcomer des Jahres und nun hieß es, die Vorschusslorbeeren live einzuheimsen und das schaffte das Quartett vortrefflich. Räudig, dreckig, knackig, ein wenig assi und verdammt intensiv gab es das ganze Programm der Marburger, welches in „Black leather hounds“ seinen absoluten Höhepunkt fand. Ich deckte mich noch während des Gigs mit herrlichem Merch ein und feierte die Truppe komplett ab. Was mich begeisterte war der Umstand, dass viele um mich Herumstehende verdammt textsicher Knife einen triumphalen Auftritt bescherten, auch wenn der Zuschauerzuspruch bei Macbeth ein wenig größer war. Verdammt geiler Abriss und nun hoffentlich bald mal in einem Berliner Club!

Nach dem Vagina Pokalis ging es dann ab in die Heia, in Vorfreude auf den zweiten Tag und RAM und und und…doch es sollte leider komplett anders kommen…

TAG 2
Was auch immer es gewesen war, mein Magen spielte komplett verrückt und neben gelegentlichem Erbrechen saß ich den ganzen Tag auf dem Thron und versuchte, einfach nur nicht zu sterben. Als Vertretung bot sich Metall Frontröhre Joel an, den zweiten Tag schriftlich abzuarbeiten, wofür ich ihm auf diesem Weg meinen tief empfundenen Dank aussprechen möchte. (Stichpunkte Joel, Ausarbeitung Olaf)

Mit Mind Patrol stand nun eine junge Schweizer Thrash Formation im Stile von Overkill und Municipal Waste auf der Bühne und obwohl leider Opener-typisch mit gezählten 40 Leuten vor der Bühne verdammt wenig los war, gaben sie sich große Mühe, den Interessierten einzuheizen. Frontmann Yves Nellen wechselte dann nach seinen in Hochdeutsch vorgetragenen Ansagen in den Schweizer Dialekt, was neben einigen Tips, wie man sowas am besten hinbekommt, für viel Erheiterung sorgte.

Technisch hoch versiert haben Mind Patrol einen verdammt sauberen Gig abgeliefert, bei dem Basser Fäbu mit seinen verspielten und kreativen Basslines ein wenig an den ehemaligen Havok Basser Nick Schendzielos erinnerte. Für mein Empfinden war er wohl der beste Musiker des gesamten Festivals. Das war ein ganz starker Auftritt und obwohl zum Ende hin für meinen Geschmack die Mucke etwas abflachte, war das die perfekte Eröffnung des zweiten Tages.

Mit Glam Rock Heavy Metal ganz im Stile von Mötley Crüe und Konsorten, natürlich inklusive des Outfits bestehend aus Cowboystiefeln, Nieten und den obligatorischen Fönfrisuren, kamen nun Cobrakill auf die Bühne, bei denen Sänger Nick Adams mit seinem authentischen und sauberen Gesang auf einem verdammt hohen Niveau operierte. Etwa irritiert ließ mich der Basssound zurück, denn der Mann an den vier Saiten schien ausgewiesener Lemmy Fan zu sein und transportierte somit dessen Sound komplett in die starken Eigenkompositionen aus dem famosen Album „Cobratör“, dessen Albumtitel meine hier aufgestellte These bestätigt.

Natürlich gab es auch einige unvermeidliche Coverversionen von Mötley Crüe, die ebenfalls tierisch abgingen und dass nun stetig wachsende Publikum aufs Beste unterhielt. Ein mehr als überzeugender Auftritt, der von allen Seiten gut angenommen wurde.

Was hatte ich mich auf den Auftritt der Dresdner Burn down Eden gefreut, die wir ja schon etwas ausführlicher in der 4.Ausgabe von Tales from the hard side vorgestellt haben. Doch wie gesagt…ich wollte meinen Thron um keinen Preis der Welt aufgeben [Olaf]

Das Infield war nun mittlerweile recht gut gefüllt und irgendwie suchte man verzweifelt den Mann hinter der Schießbude, doch Robat Nowak fiel leider kurzfristig krankheitsbedingt aus und statt den Gig abzusagen, kamen alle Drumfiles von Band. Allerdings verzerrt dies so ein wenig die Wahrnehmung des zu reviewenden Live-Erlebnisses, doch das verbliebene Quartett überzeugte unter anderem mit beeindruckenden Soli. Eine verdammt coole Band, aber leider überhaupt nicht mein Ding, welches ich mir privat anhöre. [Joel]

Die Band Ela wird ihren Namen vermutlich ihrer Sängerin zu verdanken haben, was nicht unbedingt von Einfallsreichtum zeugt. Die Band spielt moderne Rockmusik, die sich an allem bedient, was als radiotauglich durchgeht. Das war absolut nichts für meine Ohren, die Musik gewöhnt sind, die zumindest irgendwann mal dem Underground zugesprochen werden konnte. Hier allerdings wirkt es mehr, als ob man versucht hat, sämtliche Songs auf Teufel komm raus kommerziell klingen zu lassen, was weiten Teilen des Publikums scheinbar Wurscht war, denn die feierten Ela komplett ab. Also scheint die Truppe doch ihre Daseinsberechtigung zu haben, obwohl ich sie stinklangweilig fand.

Nun folgte die für mich größte Überraschung des Tages, denn die Merseburger von Days of Grace, deren letztes Album „Logos“ nu auch schon schlanke 5 Jahre auf dem Buckel hat, konnten mit ihrem groovenden Death Metal mit langen, melodischen Gesangsparts komplett begeistern. Teilweise erinnerte mich das ein wenig an Machine Head, ohne sich dabei zu verkrampft anzubiedern, was mir bei Rob Flynn und seiner Kapelle leider zu oft passiert.

Richtig spitze gespielt, mit teilweise groovigen Rhythmus Verschiebungen und dazu mit „Sober“ von Tool eine verdammt starke Coverversion meines Lieblingssongs der Amis, bei dem sie es geschafft haben, dem Song ihre eigene Note aufzudrücken, was den wenigsten gelingt. Bei der zweiten Hälfte des Gigs hatte man noch einen Gast-Growler mit am Start, der sich ebenfalls in die bärenstarke Performance eingefügt hat. Ganz starker Auftritt.

Veranstalter Sven steht halt auf traditionellen Metal und deswegen durften Palace ihre stark an Grave Digger orientierte Mucke dem Publikum zum Mahl anbieten. Auch stimmlich eifert Frontmann Harald Piller stark dem Boltendahl Chris nach, was ein wenig die Kreativität mindert, doch sein Gesang ist authentisch und passt perfekt zu den superharmonischen Nummern, die vom Publikum mehrheitlich abgefeiert wurden. Da sich alle Bandmitglieder bereits im etwas höheren Alterssegment befinden, dürften sie sämtliche Höhen und Tiefen des Metal Business miterlebt haben, was ihre Authentizität erklärt. Starker und solider Auftritt!

Das RAM seit Jahren mit ihren kreativ umgesetzten Judas Priest Anleihen Erfolge feiern, machte dieser Auftritt einmal mehr als deutlich. Ich bin schon seit Jahren glühender Fan der Schweden und auch heute haben sie zu keinem Zeitpunkt enttäuscht! Die Stimmung des Publikums war nun auf ihrem absoluten Höhepunkt angelangt, was an der Bühnenpräsenz, dem Sound und vor allem der spielerischen Performance lag. Der Uhrzeit geschuldet war es nun auch schon dunkel, was dem Auftritt und der Wirkung der Band noch zusätzlich entgegenkam.

Als ich RAM das letzte Mal vor ein paar Jahren in Berlin gesehen hatte, hatte Frontmann Oscar Carlquist aufgrund 29 Gigs hintereinander ein paar stimmliche Probleme, von denen er heute so meilenweit entfernt war, wie von einem schlechten Auftritt. Gesanglich war das allerhöchstes Niveau, wie auch der Rest des Auftritts. Das Publikum war begeistert, die band auch und im Anschluss mussten noch ein Haufen Autograme verteilt werden, bei denen auch ich nicht leer ausging. [Joel]

Abschließend muss gesagt werden, dass sich das Metal Gods immer weiter mausert und Sven ein wirklich schönes Festival erschaffen hat, welches auch in den nächsten Jahren von uns gerne heimgesucht werden wird. Vor allem auch deswegen, da in 2023 meine Favoriten von Ambush für einen zünftigen Abriss sorgen werden. Also…see you next year!!!




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