Stil: Okkult Doom Metal
VÖ: 24.02.2017
Label: Svart Records
Eines vorweg: ja, ich weiß, man muss heute alles gut finden, was sich okkult nennt. Weil okkult ist das neue true. Und darum ging es ja schon immer in der Metalszene. Ging es früher noch darum, ob es true ist kurze Haare zu tragen und Nieten auf der Kutte zu haben, so muss man heute okkult oder antikosmisch oder anti-anti-irgendwas sein um sofortige Credibility zu besitzen, auf dass man unantastbar und demzufolge unkritisierbar sei.
So gesehen machen die Belgier um Frontmadame Michelle Nocon, die sich schon verdient gemacht hat in Kapellen wie Serpentcult, alles richtig. Artwork, Fotos, Attitüde stimmen dermaßen, dass die Journaille verzückt Bestnoten zücken wird.
Und in der Tat wartet das Debut der Doom Metaller mit einem starken Heavysound und Songs wie Ritualen auf, die gekonnt Atmosphäre mit Dynamik und starken Instrumentalpassagen in sich vereinen. Manch einer raunt, hier seien die Nachfolger der unvergesslichen The Devils Blood in den Startlöchern, nach Demo und Ep mit diesem Debut den Platz dieser Kult-Combo einzunehmen.
Ach ja, Vergleiche und Vorbilder sind so eine Sache. Immer war schon einer zu erst da und man wird auch nie der letzte sein, der eine Idee oder einen Stil neu belebt.... also, beruhigt euch.
Die Songs auf „Servus“ tönen authentisch und schwer. Beschwörend wabert es und heavy rockt es. Da lassen sich die Herren und die Dame nicht lumpen. „Demon 13“ zeigt schön die Theatralik der Band, wobei der Opener beschwörender nicht sein könnte. Insgesamt gesehen zeigt die Band mit jedem der sechs Songs immer wieder ein neues Gesicht ohne selbiges zu verlieren.
Handwerklich sauber gemacht, aber leider streckenweise langatmig und sehr brav im Endeffekt. Zudem wird nach Demo und Ep zum dritten (!) Mal der Song „The Sleeping Gods“ veröffentlicht. Nun ja, die Band wird ihre Gründe haben. So gerne Michelle auch mit stimmlicher Bandbreite aufwarten möchte, überzeugt am stärksten der Cleangesang, welcher auch vornehmlich zum Einsatz kommt. Da wäre es ratsam gewesen diese Art des Gesangs zu kultivieren und weiter zu entwickeln, anstatt sich an gepressten Schreien und anderen stimmlichen Ausflügen zu versuchen, die nicht die gleiche Wirkung zeigen. Klar, nicht jeder kann Dawn Crosby (R.I.P,) sein, aber der Unterschied zwischen dem wirklich überragendem Klargesang und den anderen Vokalakrobatiken ist frappierend.
Fazit: Lässt man mal den Okkult-Mumpitz weg und zieht auch noch den gesamten Deibel-Krimskrams und Hokuspokus ab, bleiben atmosphärisch dichte Songs von talentierten Musikern, die ihr Genre kennen und gute Ideen in passable Songs verpacken.
Bewertung: 7 von 10 Punkten
Tracklist:
1. Conjuration of Fire
2. Ain Soph
3. Manifest
4. Demon 13
5. The Sleepless Gods
6. I at the End of Everything































































































































