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CANNIBAL ACCIDENT – Disgust (2025)

(9.402) Maik (7,7/10) Deathgrind


Label: Inverse Records
VÖ: 28.02.2025
Stil: Deathgrind






Wenn man so richtig abgefuckt drauf ist, und auf alles und jeden kacken könnte, helfen meist einige Takte zügellosen Grindcores der dreckigen und ein wenig nervigen Art, um das seelische Karussell wieder auf aushaltbare Drehzahlen herunterzuregulieren.

Passenden Soundtrack zur Synapsensedierung bieten die Finnen von CANNIBAL ACCIDENT auf ihrem neuen Album „Disgust“. Das Gerät enthält ganze zwanzig räudige Gehörgangmassakrierer der krassesten Art. Eine Spur Death Metal, jede Menge Grindcore, ein wenig dissonantes Getrümmer, etwas Frickelei und fertig ist die perfekte Brainfuckmaschine, die fern jeglichen Harmoniebedürfnisses die Lauschlappen verödet.

Dazu kommt noch ein Mix, der wirklich jedem Ton erlaubt, ungebremst auf den Hirnlappen einzuhämmern. Das wirkt im Zusammenhang äußerst lärmig, teils extrem enervierend und anstrengend. Das kracht, knirscht, brät und metzelt an allen Hirnwindungen gleichzeitig und man hat das unbestimmte Verlangen, den Kram auszuschalten. Aber irgendwie ist man auch fasziniert von dem ungestümen Geprügel der Finnen, und hört dann trotzdem weiter.

Das ist wie mit einem schmerzenden Zahn, an dem man mit der Zunge herumnibbelt. Eigentlich tut’s weh, aber man kann nicht aufhören. Auch wenn wie beim Beispiel CANNIBAL ACCIDENT hier ganze Legionen von Zungen an allen erreichbaren schmerzenden Zähnen herumnibbeln. Denn so krachig disturbierend der Kram auch ist, er macht auch irgendwie Spaß, besonders, wenn sie mal ein wenig traditionell durch die Gegend grinden.

Die beiden Sänger, von denen einer tieffinster herumgrollt, und der andere keift wie ein abgestochenes Schwein, setzen dem ganzen Kram noch die Blutwurst auf den Lokusdeckel. Dabei schaffen es die Knaben sogar ab und an eine Art Melodie einzubauen, die allerdings inmitten dieses Krachs auf verlorenem Posten steht wie ein einsam Blümelein auf einem Panzerschlachtfeld.

Stellt Euch einfach mal eine verdrehte Mischung aus NECRONY (in schnell), IMPALED NAZARENE (in Grind) und den OLD LADY DRIVERS vor, dreht das Ganze zuerst durch den Fleischwolf und anschließend durch den Mixer und sprengt das Ganze dann in die Luft. So ungefähr klingt „Disgust“.

Schöngeister und Harmoniebedurftige – der Titel „Disgust“ kann hier offensichtlich als Warnhinweis gedeutet werden- werden von dieser Mucke sicherlich Schnappatmung und einen Herzkasper bekommen, aber für solche Leute gehen CANNIBAL ACCIDENT sicher nicht ins Studio. Wer eine Mischung aus Death Metal, Grindcore und etwas Punk als vielversprechend ansieht, wird sicher bei „Disgust“ ein paar frohe Minuten erleben.

Minuten deshalb, weil nach knapp 35 Minuten der ganze Kram auch schon wieder vorbei ist. Mehr wäre auch zu anstrengend. Und wem das nicht reicht, der wird sicher noch genug Energie haben, den Repeatknopf zu finden.

Anspieltipp: „R.I.C.H. (Relying In Capital Heresy)“ und „Omniworld“


Bewertung: 7,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Explicit Everything
02. Toleraped
03. Darkest Auer
04. When Only Fans Blow On Empty Stage
05. Flesh Fabricant
06. Darken The Attic
07. Itseinhon Kusisella Alttarilla
08. Mouthbreathing Bottomfeeder
09. In The Meat Of The Night
10. EU-Rope Around Your Neck
11. Kemperverse (Kemper Trilogy Part 3: Mama’s Boy)
12. Wife Eater (Woman’s Best Friend)
13. R.I.C.H. (Relying In Capital Heresy)
14. Viimene Fiitti
15. Omniworld
16. Inhumanely Precipidated Biodegradation
17. No One Loves You Anymore
18. I Want To Pay More Taxes
19. Insult/Result
20. Scorched Meat Tactics



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