CD-Reviews H-J

ISKANDR – Vergezicht (2021)

(7.370) Schaacki (9,0/10) Black Metal


Label: Eisenwald
VÖ: 24.09.2021
Stil: Black Metal

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Nach nur etwa einem Jahr meldet sich Iskandr, das Projekt des fleißigen, niederländischen Künstlers, der sich schlicht O nennt, mit einem neuen Output zurück. Somit ist „Vergezicht“ bereits die fünfte Veröffentlichung in fünf Jahren, was doch wirklich sehr ambitioniert ist. Gut, ich muss gestehen, dass ich mit seinen alten Werken nicht vertraut bin, was die neue Scheibe angeht, bekomm ich jedoch schnell einen sehr guten Ersteindruck. Soloprojekte sind immer eine spannende Geschichte, stehen sie nicht selten an einem Scheideweg, der oft nur in zwei sehr unterschiedliche Richtungen zeigen kann – wird der Musiker ohne Bandkollegen, die ihn vor wahnwitzigen Ideen schützen, irgendwohin verirren oder erreicht er eben sein Ziel nur, weil ihm niemand im Weg steht, der ihn hindert, sein volles Potential zu erreichen? Beides hat wohl jeder Hörer schon einmal erlebt. Zum Glück gehört Iskandr zur zweiten Riege.

Die Songs sind zwar sehr lang, jedoch nicht langatmig und eigentlich trifft das Wort „episch“ auch viel besser zu. Hier wird nichts übers Knie gebrochen oder übereilt. Motive werden wie Mauern errichtet – stabil und tragend. Sie bilden Fundament, Wände und ein schützendes Dach für Melodien und die Träume des Künstlers. Der Promotext, der der Musik beilag, beinhaltet Bezüge zu einem der Könige der Soloprojekte: Quorthon bzw. Bathory – und in der Tat kann ich gewisse Parallelen feststellen und möchte O zugestehen, diesen Vergleich nicht scheuen zu müssen.

Gerade die immer wieder auftretenden Akustikparts mitsamt ihren choralen Gesängen erinnern an den Schweden. Allerdings kommen mir auch die Briten Winterfylleth und auch Os Landsmänner Urfaust in den Sinn, wenn wir gerade schon bei Vergleichen sind. Diese agieren allerdings bekanntermaßen als Band bzw. Duett. An der Stelle muss ich dann doch auch verraten, dass O nun auch nicht ganz allein dasteht – lediglich für die Drums holte er sich zum ersten Mal den in der holländischen Szene nicht ganz unbekannten M. Koop ins Boot. Dennoch verstehe ich Iskandr als das Werk eines Masterminds, da er eben nur nicht die Drumsticks aber sonst alle Fäden fest in den Händen hält.

Vergezicht“ ist ein sehr großes und umfangreiches Werk geworden. Es besticht, wie bereits erwähnt, durch seine Epik, bietet hohes Niveau und viel Abwechslung. Es eint Tradition und Moderne und besitzt einen optimalen Sound. Dieser ist zwar klar und zeitgemäß, aber eben auch nicht überproduziert oder klinisch, sodass die getragenen Elemente wunderbar mitgefühlt werden können und die harschen, aggressiven Momente den richtigen Druck bekommen. Mit fast 64 Minuten Spielzeit ist das Album zwar ein kleiner Brocken, jedoch braucht dieser auch jede Sekunde, um „Vergezicht“ zu dem (überaus gelungenen) Werk zu machen, das es ist.

Anspieltipps: „Bloeddraad“ und „Verbod“


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Gezag
02. Bloeddraad
03. Gewesten der Tijd
04. Baken
05. Verbod
06. Het Slot




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