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THŪN – Thūn (2021)

(7.148) Maik (8,0/10) Avantgarde Doom Metal


Label: Eat Lead And Die Music
VÖ: 16.06.2021

Stil: Avantgarde Doom Metal

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Nun, eigentlich ist es recht ungewöhnlich und auch gar nicht mein Ding, eine Plattenrezension mit den Veröffentlichungsmodi zu beginnen. Ich habe mich aus gewissen Gründen dennoch so entschieden. Dieses Album wird es nämlich nur als digitalen Download geben, mit einem Booklet im PDF- Format.  Als physisches Release ist nur ein begleitendes Artbook geplant.

Als Gründe dafür gibt die Band an, dass ihrer Meinung nach CDs veraltet sind, neues Vinyl etwas für Poser, Kassetten etwas für Hipster-Poser wären, und Streaming – Abos etwas für Trottel, die die Entwertung von Musik aktiv unterstützen. Ihr seht, man trägt dick auf. Nun, dann schauen wir doch mal, wie die Musik der Band auf so einen veralteten Hippster-Poser wie mich wirkt.

Was die Briten von THŪN, um die geht es nämlich, auf ihrem selbstbetitelten Album fabrizieren, ist nicht von der eingängigen Seite. Ehrlich gesagt, hat mich die Mucke anfangs teilweise etwas verstört. Um nicht zu sagen, abgeschreckt. Doch nach mehrmaligem Hören hat sich mir dann doch der eine oder andere Weg zur Musik von THŪN eröffnet.

Größtenteils dem Doom Metal zuzurechnen, bedienen sich die Kollegen allerdings auch in anderen Sparten, insbesondere den Post-Metal-Gefilden. Dabei verbinden sie melodiöse Parts mit teilweise schräg/disharmonischen Teilen, die ziemlich am Rande des Hörgenusses agieren. Überraschende Wendungen sind ebenso zu finden, wie eben im Opener „Thūn“, wo die Band aus dem doomigen Sumpf plötzlich in fast blackmetallisches Gewüte wechselt. Ebenso bewegt sich der Gesang vom Grollen wie frühe PARADISE LOST, über schwarzmetallisches Kreischen bis hin zum Klargesang.

Extreme Disharmonien bekommt man beispielsweise beim Song „Cage Within A Cage“ vorgesetzt, der sich doch recht sperrig in die Gehörgänge zwiebelt, und außer den Dissonanzen und schrägen Tönen auch noch progressive Elermente und übelst chaotische Parts bietet, bei denen jedes Bandmitglied scheinbar ein anderes Lied spielt. Und während sich die Ohren durch dieses kakophonisch-skurrile Gewirr wühlen, werden sie plötzlich wieder mit eingängigen Melodien abgeholt.

Zwei akustische Zwischenspiele, „Unity“ und „Momentary Truce“ bieten eine ruhige Oase zwischen den monströsen Soundwällen, wobei ersteres mit orientalischem Touch einherkommt.

Den Höhepunkt an Abwechslung stellt das abschließende „Gaiacide“ dar, bei welchem es der Band gelingt, die über neun Minuten  mit so viel Ideen vollzupacken, dass scheinbar alle paar Momente eine andere Musik zu spielen scheint. Die 9:17 Minuten vergehen wie im Flug.

Thematisch haben sich THŪN auf unsere, der Menschheit, Auswirkungen auf Umwelt, Natur und alles, was damit zusammenhängt , festgelegt. Das Cover zeigt schon qualmende Industrieschlote und Abwasserrohre, die ihre Ladung in das nahe Gewässer lassen. Alles recht düster, doch trotz stacheldrahtbewehrter Mauer und grauen Fabrikmauern sieht man, wie die Wurzeln von Bäumen das geknechtete Land wieder zurückerobern suchen. Und darum dreht es sich auch auf dem Album, auf den Moment, wenn die Erde zurückschlägt. Wenn wir nicht aufhören, so zu agieren, wie wir es tun.

Dass dazu die Chancen in einer kapitaldominierten Gesellschaft recht gering sind, liegt auf der Hand.

Nun, abschließend kann ich konstatieren, dass nach dem dritten Durchlauf dieses Albums doch eine gewisse Faszination bei mir vorhanden ist. Der Altmodische Poser hier an der Tastatur muss zugeben, dass es THŪN gelungen ist, ein Doom- Album auf die Reihe zu bekommen, welches nicht nach irgendwelchen Vorbildern klingt, welches sich nicht in eingefahrenen Gleisen bewegt. Dafür zolle ich der Band Respekt, wenngleich sie nicht vollends meinen musikalischen Geschmack trifft.

Ich würde mir die Platte wahrscheinlich sogar kaufen, aber das geht leider nicht. Und mir ein digitales Album runterzuladen und mir ein PDF- Booklet auszudrucken…neee, das ist mir dann doch zu….äh….poserhaft.

Anspieltipp:Thūn“ und „Gaiacide“


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Thūn
02. Cage Within A Cage
03. Unity
04. Intertwined Collective Fate
05. Righteous Violence
06. Momentary Truce
07. Gaiacide



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