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TOXIK – Dis Morta (2022)

(7.908) Marky (7,0/10) Thrash Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 05.08.2022
Stil: Progressiver Thrash Metal

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Ich weiß noch genau, wie ich zur Goldgräberzeit des Thrash Metal, anno 1987 die erste TOXIK Scheibe in den Händen hielt und wir wie die Affen immer auf „Ha-Ha-Ha-Ha-Heart Attack“ mitgrölten, ohne Mike Sanders hohen Tonlagen auch nur annährend zu erreichen. Das lief auf jeder Party mindestens einmal.

TOXIK machten von sich Reden mit ihrem hyperschnellen und hochmelodischen Thrash Sound, der technisch anspruchsvoll war. Schnell drehte sich jedoch das Personalrad und das Label, so dass die zweite Scheibe „Think This“ (1989) mit neuem Sänger und einem zusätzlichen zweiten Gitarristen erschien und noch versierter als das Debüt klang. Danach war aber erst mal die Luft raus, weil sich kein Erfolg einstellte und es die üblichen Querelen unter den Bandmitgliedern gab.

Erst 2014 gab es wieder ein Lebenszeichen in Form der EP „In Humanity“, der noch weitere EP´s und Singleveröffentlichungen folgten, bis schlussendlich das mir vorliegende Album „Dis Morta“ entstand. Davor gab abermals Wechsel in der Personaletage mit alten Bekannten bis sich zu „Dis Morta“ ein dritter und neuer Sänger mit Ron Iglesias fand, der in den hohen Lagen, den vorherigen Sängern in nichts nachsteht. Einzig verbliebenes Gründungsmitglied ist nun nur noch Josh Christian. Neben ihm an der Gitarre spielt noch Eric van Druten, am Bass tönt Shane Boules und an den Trommeln sitzt Jim DeMaria.

Dis Morta“ startet mit einem Intro in einen recht verwirrender bis verstörenden Song als Titeltrack. Es brillieren schnelle Gitarrenläufe, die teils gewollt dissonant klingen. Dazu noch Ron´s ebenso gewollt leicht schräg gedoppelten Gesang, macht diese dystophe Stimmung des Songs aus. So geht es auch bei „Feeding Frenzy“ und „The Radical“ in abwechslungsreicher Rhythmik weiter.

Erst bei „Power“ will sich mal ein Rifflauf bei mir festsetzten, den ich gerne höre und prompt gefällt mir der Song auch gleich mal besser. Spielerisch vielfältig gestaltet sich dann wieder „Hyper Reality“, welcher auch mal mit ruhigeren Teilen aufwartet.

Creating The Abyss“ ist dann wieder ein wirrer Prog-Thrash-Batzen, der nicht leicht verdaulichen Art. Besser knallt da wieder „Straight Razor“ aus den heimischen Boxen. Das klingt mehr nach klassischen TOXIK. „Devil In The Mirror“ fängt balladesk mit einem Klavierspiel an und entfacht sich dann zum erneut progressiven Thrash Feuerwerk, mit allen spielerischen Fassetten. „Judas“, als letzter Song, beschließt das Konzeptalbum mit einem abermals wilden Thrash Ritt.

Sicher sind die dystophen, oftmals sehr verwirrend arrangierte, Songs die optimale musikalische Untermalung für das futuristisch-bedrückende Konzept von „Dis Morta“. Allerdings stimme ich dem Labelinfo nicht zu, dass es sich bei „Dis Morta“ um die beste Platte von TOXIK handelt. Da ziehe ich mir die zwei alten Scheiben doch viel lieber rein.

Verspielt waren TOXIK schon immer, aber der Wiedererkennungswert eines Songs wurde eingetauscht in hoch anspruchsvolles und sehr versiertes Songwriting, das sich nicht so recht in Kopf festsetzen will. Mag sein, dass ich nach 20 weiteren Durchläufen der Platte anders denke. So mancher Prog-Nerd wird vielleicht seine wahre Freude an „Dis Morta“ finden. Ich werde nicht so recht warm damit.

Anspieltipps: „Power“, „Straight Razor“ und „Hyper Reality“


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Dis Morta
02. Feeding Frenzy
03. The Radical
04. Power
05. Hyper Reality
06. Creating The Abyss
07. Straight Razor
08. Chasing Mercury
09. Devil In The Mirror
10. Judas



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