WITH FULL FORCE 2013

Die XX.Ausgabe - Herzlichen Glückwunsch

Die Vorfreude auf die zwanzigste Ausgabe des WFF war groß, denn alleine beim Billing hatten sich die Jungs in diesem Jahr tierisch ins Zeug gelegt und die Creme de'la Creme der internationalen Hartwurstszene nach Rotzschjora eingeladen. Schade nur, dass es dieses Jahr in Bezug auf die Akkreditierungen nicht nur bei uns ein klein wenig Dissonanz gab und wir dehalb gezwungen waren, diesmal und erstmalig den normalen Campground mit unserer Anwesenheit zu beehren. Und ganz ehrlich: Das muss ich nicht nochmal haben, denn bereits Donnerstag Mittag kreisten über einigen Zeltplätzen bereits die Möwen, so viel Dreck wurde bis dahin bereits produziert. Dies zog sich leider wie ein roter Faden durch die gesamten vier Tage und letztendlich muss es auf dem Flugplatz ausgesehen haben, wie in einer Messi Wohnung. Schande!

Cool waren allerdings unsere Zeltnachbarn aus dem hohen Norden, die uns nicht nur halfen, unser neues, kurz vor dem WFF erworbenes Monsterzelt zu installieren, sondern auch als coole Gesprächspartner für allerleit Kurzweil sorgten. Gruß an Euch, Ihr wisst, wer gemeint ist.

Eines ist jedoch jetzt schon einmal Fakt: Jette werde ich zukünftig nicht mehr die Wetterprognosen überlassen, denn ihr mehrfach ausgesprochenes "Heute wird's nicht regnen" hatte in etwa soviel Wahrheitsgehalt wie die Aussage der Bundesregierung, nichts von der NSA Überwachung gewusst zu haben. Ich war jedenfalls nach Beendigung des Aufbaus unserer mobilen Wohnung nass bis in die Arschritze. Das fing ja mal gut an...

DONNERSTAG

Nachdem wir uns saubere und vor allem trockene Klamotten gegönnt hatten, marschierten wir los, um endlich Musik zu hören, wobei man bei ELSTERGLANZ davon nicht unbedingt sprechen kann. Für Viele ein absolutes Highlight, für mich, wie eigentlich immer, absolut verschwendete Spielzeit, die man weißgott anders hätte belegen können.

Zum Beispiel hätte man NEWSTED ruhig länger spielen lassen können, denn was der ehemalige Metallica Basser da auf die Bühne zauberte, lässt auf Großes hoffen, wenn seine ehemaligen Brötchengeber schon so dermaßen abloosen. Geile Mucke, eine coole Bühnepräsenz und vor allem olle Kamellen wie "Whiplash", die  so runderneuert mächtig knallten wecken den Drang, die Kapelle schnellstmöglich wieder zu sehen. Fettes Brot!

Jette war vor dem Auftritt von AGNOSTIC FRONT mächtig nervös, denn zum einen hat sie die New Yorker Bollo Barden noch nie live gesehen und zum anderen konnte sie noch nicht so ganz einschätzen, was vor der Bühne so abgehen würde. Tja Kleene, dass hätte ich Dir früher sagen können, denn als Roger Miret und seine Jungs loslegten, brach die Hölle los. Ein Pit jagte den nächsten und leider kristallisierte sich bereits zu diesem Zeitpunkt die Unsitte heraus, das sturzbesoffene Vollhirnis meinten, Karate Kid spielen zu müssen, wild um sich traten und somit billigend Verletzungen derer in Kauf nahmen, die lediglich der geilen Mucke lauschen wollten. Fickt Euch! Der Gig war jedenfalls Bombe und nen Zwanziger später zierte den Körper unseres Redaktionskükens ein nagelneues Shirt der Hardcore Legende aus dem Big apple!

Was soll man groß zum WFF Dauerbrenner HATEBREED sagen? Nur soviel: Erneut keine Coverversion zu "Ghosts of war", der auf dem 2009er Output "To the lions" zu finden war und als Verbeugung vor dem kurz zuvor verstorbenen Slayer Gitarristen Jeff Hanneman prima getaugt hätte...doch dazu hatten die Hauptprotagonisten später ja genug Gelegenheit. Die derzeit erfolgreichste HC Kapelle hatte dennoch genug Pfeile im Köcher, die ins ausufernde Publikum gefeuert wurde. Der Sound war druckvoll, die Songauswahl ebenso und die Stimmung sowieso. Ich ertappte mich ebenfalls des Öfteren dabei, wie ich im Takt mitwippte und sogar beim obligatorischen Rausschmeißer "Destroy everything" in die Luft sprang. War wie immer gut. Da kann man nichts falsch machen.

Nun wurde es Zeit für den absoluten Headliner an diesem für das Force ungewohnten Donnerstag Abend, doch meine Vorfreude wurde durch das viel zu frühe Ableben von Jeff Hanneman, den ich letztmals bei besagtem Festival live zu Gesicht bekam, getrübt, doch eigentlich kann man mit Gary Holt an der zweiten Klampfe nicht viel falsch machen, oder? Der Einstieg mit "World painted blood" offenbahrte dann allerdings früh zwei absolute Mankos. Zum einen spielte Paul Bostaph im Verlauf des weiteren Gigs sämtliche Songs zu langsam was bewies, dass Slayer ohne Lombardo einfach nicht dasselbe sind und zum anderen ist zwar das Gitarrenspiel des Exodus Axeman vorzüglich, doch die Präsenz eines Hanneman ertreicht er nie und wird dies auch nie erreichen. Dazu kam, dass Kerry King fast die gesamte Soloarbeit seinem Mitstreiter überlies und sich selbst mehr als zurücknahm. Ein weiterer Minuspunkt war die Tatsache, dass es Tom Arraya nicht einmal schaffte, ein paar Worte über den Verstorbenen zu verlieren, was ich als ziemlich armselig betrachtete. Ich jedenfalls war absolut enttäuscht über diesen Auftritt und hatte ich vor dem Gig noch überlegt so kam ich danach zu der Erkenntnis, dass Slayer sich selbst einen Gefallen tun und sich auflösen sollten. So hart wie das jetzt klingen mag, doch wer die Jungs in der Originalbesetzung nur einmal in seinem Leben gesehen hat wird wissen, wie ich das meine. In meinen Augen war das ein Trauerspiel!

Wir jedenfalls ließen danach noch die eine oder andere Hülse kreisen, sprachen diverse Toasts auf Jeff H. aus und verkrochen uns dann ins Zelt, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

FREITAG

Wir sind es gewohnt, am Morgen den Zeltplatz zu verlassen, um Reserven aufzufüllen, frühstücken zu gehen und die Annehmlichkeiten eines sauberen Abortes zu genießen...doch die Security war da etwas anderer Meinung, denn wir sollten beim Verlassen des Platzes zum einen unsere Parkmarke entfernen was zum anderen dazu führen sollte, beim erneuten Einfahren auf das Gelände eine neue für 25 € zu erwerben. Wer mich kennt weiß, wie die Wut in mir hochkroch, doch durch das Verhandlungsgeschick Jettes konnten wir so runter, genial Morgennahrung zu uns nehmen und unsere am Vorabend beängstigt abgenommenen Bierbestände wieder auffüllen.

Musikalisch fing es mit Hacktivist und Red fang ziemlich heftig an, wobei gerade Letztgenannte durch diverse andere Festivalauftritte bei mir einen bleibenden Eindruck hinterließen und auch heute waren die Jungs aus Portland Garant für eine gute bis ausufernde Stimmung. Die Pits jedenfalls waren schon einmal kräftig gefüllt.

Lange Gesichter gab es dann aber allenortes und vor allem bei mir und Jette, denn das Gerücht, dass Motörhead an diesem Abend nicht spielen würden, bewahrheitete sich leider und somit kamen die anderen Bands zu etwas mehr Spielzeit und Parkway Drive würden den Headliner Slot innehaben...naja...wichtig ist, dass Lemmy schnell wieder fit wird, denn Metal ohne Lemmy ist nicht Metal. Get well soon, Lem!


Die Geraer von Kali Yuga waren nun als nächstes dran und wer die Jungs schon mal live gesehen hat wird wissen, was einen da erwartet. Richtig geiler Death Metal Stoff, überzeugend dargeboten und voller Elan herunter gezockt. Der Fünfer war jedenfalls ständig in Bewegung und die Reaktionen des Publikums stachelten die Jungs noch zusätzlich an. Vorsicht, hier wächst was ganz Großes heran!

Da The devil wears Prada nun so gar nicht meine Baustelle sind, was die Massen vor der Bühne aber nicht zu interessieren schien, schielte ich mal ins Zelt, um mir den Deathcore von Thy art is murder reinzuziehen, die mich ziemlich überraschten, denn auf CD gehen die Australier bei mir gar nicht, live hingegen sägen die Jungs ein ziemlich steiles Brett. Dies wurde mit einigen amtlichen Moshpits auch gebührend bestätigt, was den wirklich guten Gig vollends zu einem Erlebnis machte.

Bereits Stunden vorher zeugte die Shirt-Dichte auf dem Gelände vom riesigen Interesse an Terror, die dann auch pünktlich auf der Hauptbühne zur Attacke bliesen. Hardcore at it's best, der Jette das Tanzbein zucken ließ, mich hingegen etwas kalt ließ, da ich die Jungs im Club einfach intensiver finde, als auf einer großen Festivalbühne. Unspektakulär.

Das konnte man von Pain keinesfalls behaupten, denn Peter Tägtgren legte mit seinen Mannen los wie die Feuerwehr, war bestens bei Stimme, der Sound war überragend und bei Songs wie dem eröffnenden "Let me out", bei dem sich der sympatische Multi-Master die Seele aus dem Leib brüllte, "Zombie slam", meinem Lieblings- "Same old song" und natürlich dem obligatorischen "Shut your mouth"  bleibt eh kein Leib ruhig stehen. Das war ganz großes Kino und bis zu diesem Zeitpunkt mein absolutes Highlight!

Down war für viele Anwesende der Höhepunkt des zweiten Abends, doch mir geht die Mucke von Anselmo, Keenan und Windstein ziemlich am Allerwertesten vorbei. Da konnte selbst der Gastauftritt der Red Fang Jungs, die die Instrumente übernahmen, nicht mehr viel ändern. Ebenso in meinen Augen ziemlich unwichtig sind Parkway drive, die sich backstage durch einige überzogene Forderungen ziemlich unbeliebt gemacht haben sollen, auf der Bühne dann allerdings für die Fans eine ziemlich robuste Show ablieferten. Ich hingegen zog es vor, ein wenig Schlaf zu tanken, damit ich die in diesem Jahr famos besetzte Knüppelnacht heil überstehen konnte.

KNÜPPELNACHT

Doof nur, dass man den Wecker dann nicht hört und Napalm Death die ersten 20 Minuten verpasst...Fuuuuck, denn Barney und seinen Kumpanen waren in Spiellaune, ballerten das Zeltdach weg und präsentierten einen gelungenen Querschnitt aus ihrer bisherigen Schaffensperiode. Da bestehen nagelneue Songs wie "The wolf I feed" locker neben Klassikern wie "Scum". Vor der Tentstage jedenfalls war die Hölle los und die Massen waren in Bewegung. Das waren richtig intensive Minuten, in denen mir endlich warm wurde, denn die Abende in Rotzschjora waren bitterkalt...

Nur gut, dass in der Nähe ein Kakaostand war, der mir ein wenig Wärme einverleibte, denn die klirrende Kälte von Gorgo...äääh...God seed konnte Nichts in mir erwärmen. Mir geht Gaahls Stimme immer noch tierisch auf den Puller und musikalisch sind die Norweger so unwichtig wie Queensryche ohne Geoff Tate. Schnell Schwamm drüber und auf Hail of bullets gefreut, die sich auch nicht lange bitten ließen und "Operation Z" mächtig losballerten. Van Drunen, cool wie immer erstmal auf der Bühne Fluppen drehend, war prächtig bei Stimme und auch der Rest der Bande untermauerte eindrucksvoll, warum die Holländer mit gerademal zwei vollständigen Alben mittlerweile zur absoluten Speerspitze im Death Metal zählen. Der Sound war oberbrutal, in der Magengegend hervorragend zu spüren und auch die Zuschauerresonanz war immer noch hervorragend. Mehr davon!

Auf Naglfar freute ich mich ganz besonders, denn die Jungs sah ich letztmalig 2007 ebenfalls beim Force und mit dem neuen, bärenstarken Album "Teras" im Halfter konnte eigentlich gar nichts schief gehen. Christofer und seinen Mannen ballerten amtlich, verzichteten aber leider auf meinen momentanen Lieblingssong , "Bring out your dead" . Schade, aber kein Beinbruch, denn die Schweden waren ansonsten saustark und prima in Spiellaune...

Komischerweise war ich immer noch nicht müde (lag vielleicht auch daran, dass ich gegen 20 Uhr meinen Bierkonsum einschränkte) und somit zog ich mir neben ebenfalls überraschenderweise noch zahlreich Anwesenden die Brasilianer von Krisiun rein, die mich zui meinem größten Bedauern heute nicht so knackten wie sonst. Vielleicht lag es daran, dass Alex Camargo mit seinen beiden Schergen zwischen zwei Ober-Bollo-Black Metal Acts zu sehr auf die Tube drückten und Midtempobrecher, die sie durchaus im Repertoire haben, gänzlich unter den Tisch fallen ließen. Schade, hatte mich eigentlich so drauf gefreut. Tja...und dann Marduk. Eine Band, auf die ich extremst Laune haben muss...was heute nicht einmal ansatzweise der Fall war und daher verzog ich mich nach den ersten beiden Songs relativ schnell vom Gelände und strebte der aufgehenden Sonne entgegen...naja...die hatte sich noch hinter einem dicken Wolkenschleier verzogen und lugte am gesamten Tag auch nur manchmal vorsichtig hervor.

SAMSTAG

Ich gebe zu, der Regenbogen war nen Tag vorher und aus dieser Konsequenz, schleppte ich nun ständig meinen Regenschirm mit mir herum was selbstverständlich zur Folge hatte, das nicht ein größerer Tropfen mehr den Weg auf den sächsischen Boden fand. Egal. Aufgrund der Tags zuvor erlebten Diskrepanzen in Bezug auf Verlassen des Geländes gab es lecker Rührei vom Gaskocher, dämliches Rumgelaber mit unseren Zeltnachbarn und die Planung für den dritten Festivaltag, den so manch einer nur noch im kompletten Dilirium erlebte. Doch dazu später mehr.

Eigentlich dachte ich, dass Jette aufgrund ihrer Vorlieben für die Excrematory grindfuckers oder J.B.O. so richtig auf A.O.K. abfahren würde...falsch gedacht! Genau das Gegenteil war der Fall und unsere Quotendame in der Redaktion zog mit einigen unschönen Worten von dannen. Verständlich, denn was die Frankfurter da boten, war zum Teil saupeinlich...

Dann lieber im Zelt ein klein wenig zu Breakdown of sanity abzappeln, denn die schweizer Metalcore Barden können ziemlich ballern. Dachten die bereits jetzt zahlreich anwesenden Musikfreunde ebenso und bedachten die Jungs mit frenetischem Beifall, der danach ebenfalls Bane zuteil wurde, was ich allerdings ebenso wenig erklären konnte, wie den Zuschauerandrang vor der Hauptbühne bei Hämatom, denn die Slipknots für Arme sind nicht nur strunzlangweilig, sondern so dermaßen belanglos dass ich es einfach nicht erklären kann, wie das stumpfe Stakkato überhaupt eine Käuferschicht anziehen kann. Ziemlich grober Mist.

Danach freute ich mich allerdings sehr auf Adept, habe ich die schwedischen Lausebengel spätestens seit ihrem aktuellen Album "Silence the world" in mein Herz geschlossen und somit sollte das davor Gehörte schnell in Vergessenheit geraten. Fidel wie junge Hundewelpen sprangen die Jungs dann auch auf der Bühne herum und verbeiteten gute Laune. War stark!

Ähnlich wie bei Anselmo und Down Tags zuvor gehen mir Hellyeah auch etwas auf den Sack. Ich konnte mit Vinnie Pauls Band noch nie viel anfangen und somit zog ich H2O im Zelt vor und wurde von einer mächtigen Soundwand niedergemäht. Großartig...was man danach von War from a harlots mouth nicht unbedingt behaupten konnte. Auch wenn die Jungs aus der gleichen Stadt wie ich komme heißt dies noch lange nicht, dass mein Lokalpatriotismus ausreicht, mit der vertrakten Mucke der Band konform zu gehen. Bereits beim JFAC Gig in Berlin fiel es mir schwer, mich auf die hundertausend Breakdowns zu konzentrieren, wobei die spielerischen Fähigkeiten der Spree Athener völlig außer Frage steht. Also was tun?

Ab vor die Bühne und noch ein wenig Coal chamber gelinst, der ersten Band von Devildriver Mainman Dez Fafara, die letztmalig 2002 aktuelles Material veröffentlichten und somit einen ziemlichen Exotenbonus inne hatten. Erstaunlicherweise funktionierte der Gig außerordentlich gut und die Leute waren zu weiten Teilen sogar ziemlich textsicher. War stark!

Jetzt hatten wir allerdings tierisch Bock auf die Deez Nuts und die Australier, die sich nicht lange bitten ließen und mit ihrem Hüpf Hardcore ziemlich viel Staub aufwirbelten. Hier zeigte sich allerdings, wie bescheuert und dämlich sich Einige auf dem Platz verhielten und ohne Rücksicht auf Andere auf alles und Jeden mit Karatesprüngen und wilden Schlägen losgingen. Das einer der "Angreifer" von einem muskelbepackten Sick of it all Fan tiersich was auf die Mütze bekam, war nur die logische Konsequenz. Das Jette sich diesbezüglich auch noch verdient machen würde, werdet Ihr noch lesen. Nichtsdestotrotz konnte ich dennoch der geilen Mucke lauschen und freute mich nun erstmal auf Sodom.
Irgendwie in dem ganzen Hardcore Gebolze ziemlich deplatziert kamen Tom, Bernemann und Makka erst einmal zu spät, was einem Stau geschuldet war, legten aber dennoch mehr als furios mit "Stigmatized" los, worauf dann noch "Agent orange", "Sodomy and lust" und viele andere Gassenhauer meinen Schädel freipusteten. Kurze knappe Ansagen und ein Bombensound machten den Auftritt der Ruhrpott Helden zu einem wahren Hochgenuss. Und vor allem war Tom einer der Wenigen an diesem Wochenende, die Jeff Hanneman Tribut und Respekt zollte. Dafür ein Extra-Applaus! Große Nummer, bärenstarker Auftritt, die Herren!

Das bei Sick of it all alle Dämme (und diverse Nasen) brechen würden, stand vorab schon fest und dennoch versammelt sich nun die gesamte Meute vor der Bühne, um den Koller Brüdern Respekt zu zollen und das Tanzbein zu schwingen. Ich fand's nach kurzer Zeit ziemlich eintönig und nicht sonderlich motivieren, worauf ich ein wenig der Nahrungsaufnahme fröhnte und dem heutigen Headliner mit etwas gemischten Gefühlen entgegen blickte...

...denn auf In flames, die ich bereits einige Male gesehen habe, muss ich richtig Bock haben und der wollte sich einfach nicht bei mir einstellen. Also streifte ich ein wenig umher, als dann die Jungs mit einer für die Verhältnisse der Band recht spärlichen Lichtshow die Show eröffneten...und bääämmm...war meine Lust da, denn mit einer unfassbaren Soundwand sprühten die Göteborger mit Witz, Spielfreude und einer ungeheuren Power, wie ich sie seit Ewigkeiten nicht mehr von den Melodic Death Vorreitern gesehen oder eghört habe. Vielleicht liegt das ja daran, dass sich Anders Friden endlich seiner verfilzten Zottelmähme entledigt hat oder mit Aushilfsgitarrist Patrick, der Niclas Engelin vertrat, der kurz zuvor erneuten Vaterfreuden frönte, ein frisches Element in der Band war. Keine Ahnung, auf jeden Fall zündeten die Jungs ein Hitfeuerwerk, bei dem ich "Only for the weak" im Gegensatz zu vielen anderen Zuhörern nicht wirklich vermisste. Warum auch, denn "Cloud connected", "The quiet place", "Ropes" oder das epische und abschließende "My sweet shadow" sind ebenfalls mytische Hymnen. Dazu immer mal wieder ein wenig Feuerwerk und dazu eine famos aufspielende Kapelle...Himmel, war das geil und eine der für mich größten Überraschungen des gesamten Wochenendes.

Das abschließende und obligatorische Feuerwerk der Force Crew sprengte einmal mehr den Rahmen und war eine perfekte Überleitung zum Saturday night fever, bei dem bei uns eigentlich nur eins auf dem Program stand...

Zuvor allerdings musste ich einmal mehr Kvelertak über mich ergehen lassen und so leid es mir tut, ich werde mit den Jungs in diesem Leben einfach nicht mehr warm. Das ist Mucke, die unkontrolliert an mir vorbeirauscht und mich dazu veranlasste, erneut den Kaffestand aufzusuchen, den erneut kroch die abendliche Kälte in mein Beinkleid. Doch nun stand unser erklärtes Highlight auf dem Program: Haudegen!

Jette und ich wollten einfach nur mal sehen, ob die Marzahner Ghettohelden wirklich und tatsächlich auf der Bühne ebenso peinlich rüberkommen wie auf ihren CDs...und wir wurden für unsere Ausdauer belohnt. So etwas uninspirierendes und auf Kommerz Getrimmtes gehört nicht auf ein Festival wie das Force. Dennoch fanden den Auftritt Einige recht annehmbar, was sich in wohlwollendem Applaus widerspiegelte. Wir jedenfalls zogen nach der Hälfte des Gigs lachend und feixend von dannen und fragten uns erneut, warum man bei solch musikalischer Belanglosigkeit nicht doch Frei.Wild habe spielen lassen...Lachhaft!

SONNTAG

Nun begann der letzte und in unseren Augen schwächste Tag des With full force, denn heute gab es tatsächlich vermehrt Quantität vor Qualität, doch der Reihe nach.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den Jahren zuvor mit Mambo Kurt in Berührung kam, doch auf der Hauptbühne erst einmal und somit machte ich dem Meister der Heimorgel erneut meine Aufwartung und war überrascht, wie viele Leute sich jetzt bereits einfanden, um diesmal mit Freibier versorgt zu werden. Gut, die Protagonisten, die er sich dazu aus dem Publikum erkoren hatte, waren nicht gerade für die prächtige Stimmung verantwortlich, die im "Massenrudern" ihren Höhepunkt fand. Naja, war ok und von den Openern der zurückliegenden drei Tage mit weitem Abstand der Beste.

Den Auftritt von Between the buried and me nutzten wir für den geschwinden Abbau unseres Palazzo Protzo und waren prompt und pünktlich wieder bei Betontod auf dem Platz, die mit "Keine Popsongs" saustark einstiegen und sich selbst durch einen kurzen Stromausfall auf der Bühne nicht aus der Ruhe bringen ließen. "Glück auf" und "Hömmasammwomma" waren natürlich Highlights und später am Nachmittag hörte man noch eine Menge Leute summend über den Platz marschieren mit dem Refrain auf den Lippen: "Wir müssen aufhören weniger zu trinken, wir brauchen viel mehr Alkohol..." Betontod sind einfach live eine Macht und ich werde nicht müde, die Jungs immer wieder auf's Neue zu begaffen. Klasse!

Jettes Highlight sollte danach auf der Hauptbühne die Axt schwingen, denn bereits letztes Jahr, als uns nach dem Auftritt von The browning der Jahrhundersturm den Bauzaun ins Zelt, den Pavillon und mein Auto wehte, war uns klar, etwas ganz Großartiges gesehen zu haben. Dachte sich die Mehrzahl der Fans auch, denn aufgrund vieler Anfragen durften die Jungs erneut auf dem WFF ihren unvergleichlichen Techno/Hardcore Mix in die Menge ballern und verfehlten erneut nicht ihre Wirkung. Grandios...bis auf den muskelbepackten Michael Poulsen look-a-like, der Jette permanent anrempelte und sich selbst durch gezielte Schläge auf den Oberarm nicht von der alkoholbedingten Ankörperung abbringen ließ. Nun ist ja unsere Redaktions Aktrice Kraftdreikämpferin was sich in einem gezielten Punch auswirkte und den Gutsten auf seinen Allerwertesten verfracvhtete. Als er dann merkte, dass er von einer fast eineinhalb Kopf kleineren Frau ausgeknockt wurde, zog er torkelnd von dannen. Großartig!!!

So richtig wollte bei Devil sold his soul keine Stimmung bei mir aufkommen, weshalb ich einen Abschiedstee einnahm und sehnsüchtig auf Knorkator wartete, denn von den Jungs kriege ich einfach nicht genug, was erneut eine Spitzen Performance bewies. Famos, doch leider schien sich Stumpen irgendwas zugezogen zu haben, denn eine Halskrause und eine Knieschiene behinderten den agilen Fronter ein klein wenig...was ihn dennoch nicht davon abhielt, in einem aufgeblasenen Ball über die Menge zu rollen. Naja...zumindest nachdem endlich festgestellt wurde, dass das Gebläse statt auf "blasen" auf "saugen" stand, was zu einer längeren Pause führte in der Alf Ator sein unvergleichliches Gedicht "Freundschaft" zum Besten gab. Grandios...hat wie immer Spaß gemacht.

Während die für mich roten Tücher Korpiklaani und Caliban lärmten, machten wir noch eine abschließende Begehung, verabschiedeten uns von vielen neuen Freunden und warteten auf Korn, die dann relativ pünktlich gegen 21:50 Uhr mit "Blind" fulminant in ihren Set einstiegen. Bääämmm, wie geil war das denn! Habe ich die Jungs bereits 2007 beim Force gesehen so musste ich diesmal, obgleich das letzte Album in meinen Augen ein Haufen Guano ist, feststellen, dass die Jungs live eine absolute Macht sind. "Did my time", "Here to stay", "Got the life" oder das natürlich abschließende und brillante "Freak on a leash"...was für ein Headliner, der uns für die Heimfahrt genügend Gesprächsstoff lieferte, denn obleich noch Paradise Lost, Negura bunget und Amorphis bis 2 Uhr lärmen sollten, musste ich aufgrund anderweitiger beruflicher Verpflichtungen den Heimweg antreten...allerdings erneut in der Gewissheit, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, ein gradioses Jubiläumsfestival gesehen zu haben, welches lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. 2014? Reserviert schon mal ein Plätzchen...

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