Unendliche Vielfalt und ein bummelnder Morten

01. - 03.07.2016 - Roitzschjora @ Flugplatz

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Endlich war es wieder so weit, WITH FULL FORCE!!! Nach einem ganzen langen Jahr des Wartens und einem ganzen Jahr des Kräfte Sammelns, nach dem „Schmelztiegel“ 2015, konnte unser Redaktionsteam endlich wieder den Flughafen Roitzschjora mit seiner Anwesenheit erquicken. Morten und Schrod erhielten den Sondierungsauftrag in diesem Jahr erneut.

Nach einer doch etwas holprigen Anreise – Mortenscher Schusseligkeiten geschuldet, klappten Check in, sowie Lagerbau gewohnt routiniert und fix. Das musste es auch, die Zeit drängte. Aus der Hardbowl Tentstage dröhnte bereits der Schwerfällige, aber doch einprägsame Sound NORMA JEAN's... Damit haben wir leider den Opener des Diesjährigen WFF verpasst – Ich entschuldige mich dafür, als Schuldiger Bummler und hätte die Jungs auch sehr gern gesehen.

Nun ja, ein Wermutsbier auf dem Weg zur Bühne, bei bisher bestem Wetter, sollte meine Laune wieder heben, denn immerhin gab es nun zur zweiten Eröffnungschance auf der Mainstage gleich mal die volle Breitseite an Death Metal!

DESERTED FEAR – als besagter Opener auf der Mainstage in diesem Jahr. Was halte ich denn davon? Nun, der General-Soundcheck dürfte damit definitiv abgedeckt sein, inklusive einer Boxenentstaubung. Etwas angelockert durch unser Weggetränk, nickte mein Kopf auch unaufhaltsam im Takt dieser Musikalischen Walze. Das ist Death Metal, wie er sein sollte: Sägende Gitarren, Midtempo Geballer, ob Groove oder Hackender Natur...Hier wird auf allen Ebenen eindeutig hervorgehoben, wer die Hosen anhat. Trotz der Polposition an diesem Tag, war die Stimmung vor der Bühne zu diesem Zeitpunkt doch recht gut. Klarer Fall: Full Force, ihr habt Bock auf mehr!

Also, ohne lang zu fackeln und zu sabbeln: Bühne frei für die zweite Runde, HAVOK! Noch so früh am Tag und schon die erste Arschbombe...Die hackenden und keifenden Herren aus Colorado gaben uns hier vor allem eins: Einen Nackenschauer! Ich werde ja nun so oder so niemals müde zu sagen, dass Thrash Metal auch immer großer Mist sein kann. Bitteschön, hier haben wir wieder ein Paradebeispiel. Soundlich souverän, musikalisch akzeptabel, aber what the fuck veranstaltet der „Sänger“ da??? Keif Keif Keif Keif im Sinne Donald Duck's. Tut mir leid, das gehört nicht auf die Bühne, sondern in einen Cartoon. Naja...ham' wa ma jesehen, weiter im Text.

Nun Stand auch schon der erste Brecher der jüngeren Generation des Metals auf dem Programm. Wie immer ein Highlight auf dem Force, der Platz vor der Bühne füllt sich mit wesentlich jüngerem Publikum, welches seines Weges hüpfend, Schlagzeilen grölend und vor allem mit mächtig viel Energie die Stage Area entert und vereinnahmt. Klarer Fall – hier ist PIT angesagt, weshalb ich lieber einen dezenten Sicherheitsabstand zwischen mich und die Feiernden brachte.

Gerade noch rechtzeitig Position bezogen, waberten auch bereits die ersten Töne eines kleinen Intros von der Bühne. Noch bevor ich dazu kam Intro von Song zu selektieren, donnerte die Stampfmaschine aus New Jersey auch schon ihre Breschen in die Pitbildende Menge. FIT FOR AN AUTOPSY, als mein erstes richtiges Highlight dieses Tages. Zu Recht! Eine Orgie an Präzision und Beat Down gehacktem, sowie der Brutalität einer jungen Death-Metal-Band. Trotz der späten Nachmittagsstunden (Stagetime 16:00-16:35), waren Band und Publikum hier eindeutig auf einer Wellenlänge, herrlich!

Nun wird es auch gleich wieder interessant. Ein kompletter Szenewechsel vor der Bühne – Die Socken wurden länger, die Tattoos mehr, sowie die Waden dicker. Klarer Fall, das riecht nach Hardcore. Bühne Frei für Schrod's Metier...[mb]

Die Sonne brennt noch gnadenlos, als Stick To Your Guns die Bühne entern und mit ihrem melodiösen Hardcore à la Ignite über die anwesende Crowd hereinbrechen. Die Kalifornier geben ein passables Bild ab, stört die Brut des Tages scheinbar wenig, sind sie diese doch aus ihrer Heimat gewohnt. Flotte Songs mit hohem Energielevel werden ansatzlos aus den Ärmeln geschüttelt. Das Publikum feiert beachtlich, bedankt sich brav und entlässt die fünf Grinsebacken unter die Duschen. So Knackig der HC-Einstieg hier nun auch war, einer ist immer der Größere Killer. So ging die „Alarmstufe Schrod“ direkt noch weiter Steil, diesmal mit Wasser im Zelt...wait, what?!

H2O sind definitiv die richtige Band für die Zeltbühne. Lieben sie doch diese private, fast intime Atmosphäre. Um gleich mal klarzustellen wer heute das Sagen im Zelt hat, werden zu Beginn ihres Sets ansatzlos "Nothing To Prove" und "Don't Forget the Struggle, Don't Forget the Streets" in die wilde Menge geblasen. Die ersten Crowdsurfer stapeln sich am Bühnenrand und setzen immer wieder zu neuen Attacken an, die Security soll ja schließlich nicht nur mit verschränkten Armen rumstehen. Gesangsurgestein Toby Morse turnt wie ein Kasper über die Bühne und seine Laune scheint wieder die beste zu sein. Seine Sidekicks stehen ihm in nichts nach und schwitzen ebenfalls ordentlich in der Zeltdunstglocke. 40 Minuten HC – Entertainment vom feinsten.

Doch nach der Bewässerung im Zelt, folgte ein regelrechter Stimmungsanker auf der Mainstage. SIX FEET UNDER – da sollten sie wohl besser auch bleiben, Kult hin oder her. Ich dachte ich gebe dem Vierer aus Florida mal ne Chance, mich von ihren Qualitäten zu überzeugen. Leider vermochten die Herrschaften um Frontkiffer Chris Barnes dies leider nicht wirklich. Ich fand`s langweilig bis teilweise peinlich. Der Sound war zwar fett wie die Schwarte einer Schweinshaxe, die Instrumentalfraktion gab sich auch räglich Mühe, aber dies genügte mir nicht. 70% des Sets mit schlechten Covernummern zu füllen finde ich persönlich etwas gewagt. Der Band war es sichtlich egal, der Meute vor der Bühne ebenfalls. Feierten sie doch jeden Song ab. Schade um die Zeit, die ich dort verschwendet habe. Egal, weiter im Text. Nun galt es Mauern zu erklimmen – oder besser gesagt: direkt einzureißen. Next on Stage: WALLS OF JERICHO!

Nach der schwachen Performance von SIX FEET UNDER, freute ich mich umso mehr auf die Livedarbietung dieser ungebremsten Energiebündel aus Detroit. Und ich wurde nicht wirklich enttäuscht. Auch wenn der Funke auf der großen Bühne nicht immer überspringen wollte und die ständigen Circlepit – Aufrufe etwas anbiedernd wirkten, schlugen sich die Mannen um Candace Kucsulain beachtlich. Anbetrachts der endlich untergehenden Sonne konnte die quirlige Dame richtig aufdrehen und jeden Meter der Bühne beackern, was sie auch tat. Auch wenn ich mir WOJ im Zelt gewünschte hätte, war es eine beachtliche Leistung der Band. Songtechnisch wurden alle Hits mit Bravur gemeistert und unterstrichen den momentanen Status der Band mehr als eindeutig.[ms]

Nachdem nun die Stimmungskurve im Zephyr's Odem Lager wieder steil nach oben ging, Mauern eingerissen wurden, während andere doch lieber sechs Fuß unter der Erde zurückgelassen wurden, neigte sich der erste Tag des Full Force langsam dem Ende. Mittlerweile komplett in den trügerischen Mantel der Nacht gehüllt, kündigte sich ein wahres Urgestein der Metalszene an...Der Headliner.

Ein fallendes Banner enthüllte eine blutrote Bühne. Ein donnerndes fade in an den Drums, begleitet vom Feedbackkreischen der Gitarren und sie waren auf den Punkt da. SLAYER! Was habe ich mich auf die Altmeister gefreut. Leider muss ich zu allererst mal meckern.

Wenn man keinen Dave Lombardo mehr hat, dann hat man eben keinen Dave Lombardo mehr. Das ist eben so. Dies allerdings noch mit einer recht bescheidenen Trommelleistung während des ersten halben Sets noch ganz deutlich hervorzuheben – puh, das war hart für mich. Ich finde nun auch, dass eine Band definitiv mit der Qualität der einzelnen Musiker steht und fällt. Ein Gesamtbild, oder ein Kultstatus können das unmöglich aufheben.

Nun war doch aber nicht alles schlecht am SLAYER – Gig. Bis auf die Trommelperformance stand die Walze und überrollte wie gewohnt alles. Beim nächsten Mal entfernt einfach vor dem Auftritt die Steine von den Füßen Pauls. Mit einem Lachenden und einem tränenden Auge, schloss ich das Kapitel SLAYER damit für eine ganze Weile und widmete mich dem letzten Gewaltmarsch des heutigen Tages. Immerhin ist es Freitag und wir alle wissen, was das heißt: Knüppelnacht!!! Mark tauchte im Getümmel unter, während ich mit Schlag 0 Uhr die Geisterstunde mit dem Duett einer Black Metal Band einleitete.

INQUISITION sind ja nun immer wieder beeindruckend. Zwei Leute auf einer Bühne, die selbst mit fünf Musikern noch leer aussieht. Krach machen sie dafür aber für die fehlenden drei mit. Dies dann auch noch so souverän, dass ich die vierzig Minuten Set wie im Flug an mir vorbeirauschen sah. Zeit für einen Burrito, ein Bier und Kräfte sammeln für die ersten, der hier vertretenen Polnischen Volkshelden.

VADER zehrten hier nun in der zweiten Runde des Themenabends ganz gehörig die letzten Kräfte im Publikum auf. Eine brutale Performance, ein wie immer sehr sympathisch, gut gelaunter Peter und so ziemlich allen Brettern aus junger Vergangenheit, sowie aktuellen Zeiten, plus allzeit Klassikern, wie zum Beispiel „This is the War“. Hier muss man fast gar nicht mehr sagen, um zu wissen, was hier wieder los war. VADER sind und bleiben auch weiterhin eine der besten Live – Bands, die ich unserer Zeit zuordnen würde.

Nun aber auf zur letzten Runde. Ein weiteres Oldschool-Urgstein in Puncto Death Metal holen hier und jetzt zum finalen Exitus der Nackenmuskulatur aus – den sollte es für mich auch geben. GRAVE, mit der typisch schwedischen Note in ihrer Art dem Tod im Metal Tribut zu zollen, gehören ja nun tief verwurzelt, seit vielen Jahren in das Zentrum der Szene und dennoch bin ich wohl einfach zu jung, um sie bereits hundert mal irgendwo und irgendwann gesehen zu haben. Dies war meine Premiere, wofür ich auch sehr dankbar bin.

Mit absolut kreischend-sägenden Gitarren und einer regelrechten Wand aus Death Metal, kreiste der Kopf nahezu ohne Pause. Dem sich erneut füllenden Zelt wurde ein absoluter Gewaltmarsch an Death Metal Nachhilfe gegeben, denn genau das hier, ist für mich die alte Schule – Death Metal wie er Old School nicht anders klingen darf! Grandios!

Als der letzte Ton verklang, gäbe es da noch die ENDSTILLE...für mich wortwörtlich – auf zum Zelt, ich war durch mit dem Tag und sehr zufrieden mit dem Abschluss. [mb]
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