NEUE BESEN KEHREN GUT

Voller Vorfreude blickte ich dem diesjährigen With Full Force Festival entgegen. Vor Allem auf die Location war ich sehr gespannt. Die Anreise gestaltete sich für mich mit dem Auto für unseren Redakteur Max und seinem Kollegen Luke sehr unterschiedlich, daher hier der Vergleich:

Luke’s Sicht mit dem Zug:
Beginnend mit der Anreise mit dem Zug startete für mich mein WFF 2017. In Gräfenheinichen musste ich mich auf langes Warten auf das Shuttle einstellen, woraufhin eine nette Dame aus dem Ort mich und ein paar andere mit ihrem Auto zum Gelände gefahren hat. Angekommen, wurde das Ticket gegen Bändchen eingetauscht in knallender Hitze ging es zu den am Vortag angereisten Gefährten zum Camp. Schnell fällt auf, dass es auf dem Red Camp eindeutig an fließend Wasser fehlte, bei der Hitze ein echtes Manko. Dixies gab es nicht sehr viele, aber doch ausreichend.

Max‘ Sicht mit dem Auto:

Die Anreise verlief für mich für mich sehr angenehm und stressfrei – eine sehr schnelle Abwicklung und kaum Stau. So konnte ich also ganz in Ruhe mein Camp aufbauen und mich anschließend auf das Infield begeben. Dass der Weg vom Camp zum Infield nur 800m beträgt bezweifle ich allerdings: Je nachdem wie viele Leute unterwegs waren brauchte man zu Fuß ca. 25-40min um das Infield zu erreichen.

Der Rest des Festivals wurde von unseren Redakteuren unabhängig voneinander verbracht. Dementsprechend ergaben sich sehr unterschiedliche Sichten auf das Festival, vor allem was Bands anging. Hier lest ihr, was Luke über die Tage Donnerstag, Freitag und Samstag zu sagen hat:

Der Donnerstag war geprägt von wenigen, aber heftigen Gewittern. Die Ordner warnten die auf dem Campground hinterbliebenen Festivalbesucher, doch für manche kam die Hilfe zu spät und so versanken die zahlreichen Pavillons im Sturm. Nicht nur die Zelte und Klamotten hatten darunter zu leiden, sondern auch das ganze LineUp des Donnerstags. Die Auftritte wurden nach hinten geschoben, jedoch wurde das Konzertgelände später wieder freigegeben. Freudig wartete man auf Sepultura, jedoch wurde schließlich das ganze Gelände endgültig geräumt. Mein Bruder sah noch Dust Bolt, ich jedoch sah und hörte nicht eine einzige Band an dem Tag. Traurig ging es zurück zum Zelt aber man hatte noch genug zu Trinken und die eigene Musik. Von uns wir sich jeder bewusst, dass ein Festival immer ein Risiko aufgrund des Wetters ist und wir nunmal in den sauren Apfel beißen mussten. Schade um Bands wie Sepultura, Toxpack und Airbourne... doch war dies nur ein Tag und man konnte es eh nicht ändern.

Freudig erregt ging es am Freitag hoffnungsvoll weiter. Die Sonne kam raus und der Wetterbericht sagte nur Gutes voraus. Heute muss es mit der Mucke klappen!

Aufgetankt ging es dann erstmal zu Callejon, welche ekliger Sound! Die Stimme war kaum zu hören, instrumental gesehen kam auch weiter hinten nichts gut an. Schade! Egal, gespannt wartete man auf Knorkator. Es war klasse! Alles hat sich gut angehört, Stumpen war wieder ein super Entertainer. Für so eine Band jedoch nur 45 Minuten einzuplanen war aber echt schade. Im Anschluss gingen wir zu Kvelertak auf der Big Wheel Stage, die gute Laune der Truppe schwing auf die auf die Fans über und es war das reinste Ausrasten. Ohne Pause ging es schnell zur Metal-Hammer-Stage zu D.R.I.. Die Thrash-Opis haben einen richtig zum abrocken gebracht, der Moshpit war das reinste Schlachtfest, jedoch ebenso so schwieriger, aufgrund des Sandes. Trotzdem eines meiner Highlights auf dem WFF!

Keine Pause und so ging es schnell zurück um Equilibrium zusehen. Der Sound war super und mal wieder ein epischer Moment. Kurz vorm Ende musste aber dann doch erstmal einen Verschnaufpause her, man konzentrierte sich auf Dropkick Murphys. Endlich, ich sehe sie endlich Live! Beim Intro kamen schon die Freudentränen. Das Konzert gestaltete sich aus vielen Liedern zum Mitsingen und Party machen, jedoch waren mir doch zu viele ruhige Titel dazwischen. Egal, crowdsurfen bei „Shipping up to Boston“ hat einfach alles perfekt gemacht.

Pause. Danach zu In Flames. Eine super Show und wahnsinniges Gefühl, In Flames schmetterte als letzter Headliner des Abends nochmal alles in deren Songs, doch war ich auch sehr enttäuscht, dass leider zu viele neue Titel eingemischt wurden. Aber nicht schlimm, durchweg ein geiles Konzert!

Die Hard-Bowl blieb von mir am Tag unberührt, zu Napalm Death marschierte man dann endlich hinüber. Was eine geile Show, welch ein geiler Sound, was für eine geile Stimmung! Müde ging es gegen ein Uhr nachts zum Zelt, doch man tankte nur etwas Kraft. Um kurz nach zwei ging es erstmal zu Carach Angren, sehr begeistert, da ich diese vorher nicht kannte, heizten die Menge schließlich nochmal richtig ein, bis um 3.15 Uhr noch Debauchery auf dem Plan stand. Auch hier: Super Show, durchweg headbangen war vorprogrammiert, besser hätte man den Tag nicht beenden können!

Nach einer kurzen Nacht ging es für uns mit Trollfest weiter. Wetter war top, und allein der Soundcheck von Trollfest verbreitete schon gute Laune. Mit einem genialen Auftritt startete unser Letzte Tag auf dem WFF. Nach einer guten Erholung ging es weiter mit Kassierer. Man kann von der Truppe halten was man will aber sie machen aus wirklich schrecklichen Texten eine geniale Show und heizen das Publikum gewaltig ein. Excrementory Grindfuckers standen als nächstes auf dem Plan. Welch geiler Abriss, geile Party! Soilwork legte anschließend ebenfalls einen sehr soliden Auftritt hin, woraufhin alle nur noch auf Kreator warteten. Mit einem großen Geballer und Feuerwerk wurde der letzte Headliner angekündigt. Mit einer epischen Bühnenshow rissen Kreator noch einmal richtig ab und holten die letzte Kraft aus dem Publikum heraus. Der Sound war einfach geil und es gab kein Halten mehr! So endete mit Kreator mein letzter Tag und es ging zum Zelt.

Eine doch recht unterschiedliche Perspektive auf das Festival bot sich unserem Redakteur Max, dessen Eindrücke ihr hier nachlesen könnt:

Schon von weitem waren die riesigen Tagebaumaschinen zu erreichen, was die meisten Besucher wohl sehr beeindruckt haben dürfte. Auf dem Infield angekommen sah man zunächst den obligatorischen Bierstand, einige Merchstände, die Metalhammer Stage und die Metalhammer- und Impericon Stände an denen auch Autogrammstunden stattfanden. Weiter hinten gab es ein üppiges (wenn auch nicht ganz billiges) Angebot an Essen aller Art. Auch die von vielen gemochte Erdbeerbowle war wieder vertreten.

Bandtechnisch begann das Festival für mich mit der Überraschung des Festivals. Avatar aus Schweden legten eine unglaublich energische, authentische, und sympathische Performance hin die auch einige viel größere Bands ohne weiteres in den Schatten stellte. Musikalisch war auch alles einwandfrei – jeder Song ein Volltreffer. Die sympathischen Ansagen ergänzten das Konzert perfekt. Ganz große Klasse! Als nächstes standen für mich die deutschen Wolf Down auf dem Plan – auch hier habe ich nichts zum Meckern gefunden. Eine Hardcore-üblich sehr energische Show mit angenehm harten Vocals. Super Auftakt für das Festival! Schließlich wartete ich auf The Black Dahlia Murder, doch nach dem Soundcheck war es leider nicht die Band, die die Bühne betrat sondern ein Crewmitglied des Festivals.

Es sei eine Gewitterzelle auf dem Weg zum Festivalgelände hieß es, wie sollten alle das Gelände verlassen. So geschah es auch – und zwar sehr ruhig und geordnet. Hätte ich so nicht erwartet! Kaum hatte ich das Infield verlassen und war wieder auf dem Weg Richtung Camp, brach es los. Ein Donnern, der Himmel riss auf, aus dem Riss in der Wolkendecke leuchtete es grün. Dass das, was gleich passieren würde nicht lustig werden würde, war spätestens jetzt alles klar. Binnen Sekunden war alles und jeder völlig durchnässt – doch die Stimmung ließen sich die Gäste nicht nehmen. „Das schlimmste ist wenn das Bier alle ist“ wurde überall energisch gesungen, während man lief. Beim Green Camp angekommen sah man überall kaputte Zelte, einige hingen sogar mehrere Meter hoch in den Bäumen. Auch auf Blau stand kaum noch ein Pavillon, auf den anderen Zeltplätzen dürfte es wohl kaum anders ausgesehen haben.

Als endlich alles überstanden war, wurde auch wieder das Infield geöffnet. Ich kam an als Deez Nuts spielten, wollte allerdings zu Airbourne und habe nun also vor der größten der Bühnen, der FeroX Stage, gewartet. Es war bereits alles fertig aufgebaut, da kam die Nachricht, dass es das für diesen Tag gewesen sei. Drei weitere Gewitterzellen seien auf dem Weg zu uns, und die Gefahr sei zu groß. Es folgte eine erneute Evakuierung des Festivalgeländes. Das vermeintlich extreme Unwetter ließ jedoch auf sich warten – auf dem Zeltplatz regnete es nur, während es nicht weit von uns in Dessau wohl vollends wütete. Glück gehabt!

Am nächsten Tag hingegen brannte die Sonne auf uns nieder, sodass uns die Badestellen sehr gelegen kamen. Ein wenig größer könnten sie ausfallen – aber durch die hohe Anzahl war das kein Problem. So suchten vor Allem vor den Bands viele Gäste Abkühlung im See.

Auch Freitag begann für mich vor der FeroX Stage, und zwar mit den Porngrind-Legenden von Spasm. Das Publikum war trotz früher Stunde bereits sehr aktiv, und was auf der Bühne geboten wurde hat ebenfalls viel Spaß gemacht. Zur Musik selbst lässt sich nicht viel sagen; „Muss man mögen“ ist wohl der richtige Ausdruck. Walking Dead on Broadway wirkten dagegen leider recht langweilig, auch wenn an ihrem Konzert musikalisch alles in bester Ordnung war. Viele Fans verließen den Bereich vor der Bühne auch schon während des Konzertes. Anschließend spielten Callejon auf derselben Bühne – Ein Trauerspiel zwischen miserablem Sound und schlechter Performance. Absolut gar nicht sehenswert.

Als nächstes sah ich mir Knorkator an. Die super sympathischen Berliner wussten das Publikum zu begeistern und füllten den Bereich vor der Bühne mitsamt Tribünen zum ersten Mal vollständig. Viel gibt es nicht zu sagen – Knorkator sollte man einmal gesehen haben. Super witzig und absolut empfehlenswert! Anschließend wechselte ich die Bühne und schaute mir die Norweger von Kvelertak auf der Big Wheel Stage an. Jeder Song überzeugte mich mehr, und sowohl vor- als auch auf der Bühne ging es gut zur Sache, auch wenn der Sound hin und wieder vom Wind beeinträchtigt wurde.

Auch Dropkick Murphys füllten erneut den gesamten Platz vor der FeroX Stage. Ich war nicht sehr überzeugt, die ausnahmslos extrem positive Reaktion der Fans gibt mir hier allerdings unrecht. Und wie die Fans mitmachten – JEDER, wirklich JEDER Song wurde auf voller Kehle mitgesungen. Auch die Headliner des Abends, In Flames, lieferten bei sehr gutem Sound und sehr guter Lichtshow ein tolles Konzert ab. Der gesamte Bereich vor der Bühne war gut gefüllt – jedoch endete das Konzert der Schweden leider sehr früh und abrupt, auch das Konzert war recht steril und mit wenig Publikumsinteraktion gehalten. Doch wie gesagt: Der Rest passte.

Nachdem die Knüppelnacht des Vortags abgesagt wurde nahm ich die gesamte Knüppelnacht am Freitag mit. Napalm Death waren selbstredend sau stark wie gewohnt, mehr gibt es nicht zu den Briten zu sagen. Von Eis war ich sehr überrascht, eine sehr starke Performance von den Black Metallern. Einer Death Metal Show stand das Konzert in nichts nach – sogar, eher Black Metal untypisch, vor der Bühne herrschte Bewegung. Weniger stark zeigten sich die Niederländer von Carach Angren, die allgemeine Meinung des Publikums lautete auch eher „Die waren aber auf der Platte cooler.“. Auch eher schade. Die absolute Enttäuschung des Abends waren jedoch Debauchery. Absolut flacher Gesang, eher unsicher gespielte Gitarren und ein Bühnenverhalten der Band, das eher „Keine Lust“ als „Bock auf Metal“ aussagte. Echt enttäuschend!

Am dritten und letzten Tag des bis dato sehr angenehmen Festivals leiteten Elsterglanz den Beginn ein. Mehr Publikum als bei In Flames – und das als Opener. Muss man erstmal schaffen! Die Kult-Ossis warteten mit genau dem auf was man von ihnen erwartete. Ein riesen Spaß! Das Publikum beteiligte sich ebenfalls sehr gut am Konzert. Auch hier wurde nahezu nichts nicht mitgegröhlt. Im totalen Kontrast dazu spielten nicht lange danach the Butcher Sisters auf der fast leeren Metal Hammer Stage. Die Band coverte nur deutschen Rap, und das unendlich schlecht. Was die auf einem Metalfestival zu suchen haben verstehe ich nicht. Totalpanne!

Wer Emil Bulls mag, wird bei deren Konzert sicher auf seine Kosten gekommen sein. Die Performance war wunderbar energisch und die viele Interaktion mit dem Publikum ließ das Publikum regelrecht ausrasten. Ich hätte nicht erwartet, dass die Band so stark wäre. Northlane spielten auf der Impericon Hardbowl-Bühne und das Publikum kannte kein Halten mehr. Alles voller aller möglichen Pit-Arten, mehr als eine Wall of Death, es hat einfach Spaß gemacht. Falls es einen oder mehrere Verletzte gegeben hat wundert mich das hier allerdings überhaupt nicht. Die Newcomer von Tragedy of Mine waren ebenfalls unerwartet stark – das unverdient recht kleine Publikum wurde mit einer tollen Mischung aus den melodischen Elementen des Metalcore und der Brutalität des Deathcore bespaßt, und zwar mit enorm viel Bewegung auf der Bühne.

Warum man Excrementory Grindfuckers mit ihrem Bekanntheitsgrad auf die winzige Metal Hammer Stage gepackt hat verstehe ich nicht so Recht – den Bereich vor der Hardbowl-Bühne hätten sie locker gefüllt. Außerdem war es dort oben auch ziemlich eng für die vielen Bandmitglieder. Das tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch – die Jungs haben wie immer viel Spaß gemacht. Die für mich letzte Band des Tages, Kreator, wurden ihrem Ruf leider nicht gerecht. Bis auf das Bühnenbild waren die Ruhrpott-Thrasher leider echt nicht sehenswert. Der Sound war auch nicht gerade der Beste. Abschließend gab es noch ein Feuerwerk von den Tagebaugeräten die dort überall stehen – ein schöner Abschluss und eine schöne Überraschung.

Zum Sonntag lässt sich berichten, dass die Abreise sowohl für Luke mit dem Zug als auch für Max mit dem Auto absolut problemfrei abliefen. Lobenswert!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das With Full Force ein schönes Festival war. Der Bierpreis war mit 3,50€ absolut akzeptabel, wenn auch das Essen zum Teil unnötig teuer war. Bis auf wenige schwarze Schafe war auch die Security stets gut gelaunt und freundlich (Max möchte an dieser Stelle seine Freunde vom VIP Einlass grüßen!).

Ferropolis hielt, was es versprach. Die Badestellen und die festen sanitären Anlagen waren eine deutliche Ergänzung zu diesem so schon beliebten Festival. Nächstes Jahr könnten kleinere Punkte wie eine höhere Taktung des Shuttles sowie mehr Haltestellen hinzugefügt werden, doch wir sind sicher, dass dies nächstes Jahr passieren wird. Insgesamt war alles bis auf den langen Weg zum Infield sehr gut – und die Location ist absolut genial. Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall voller Freude in die Stadt des Eisens zurückkehren und berichten, wie es sich entwickelt hat!

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