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Herrlich in kuscheligen Betten pennen, schön duschen, ein leckeres, ausgiebiges Frühstück von einem der besten Buffets, die ich je zu sehen bekam…ist das noch Metal? Scheinbar ja, denn an diesem Morgen offenbarte sich, dass das Hotel nicht nur von uns in Beschlag genommen wurde, sondern sich eine ganze Menge Schwarzgekleideter unter dem selben Dach befanden. Einige ältere Damen sprachen mich auf diesen Umstand an, wunderten sich ein wenig und wurden von mir vollstens aufgeklärt, so dass eine eventuell vorher vorhandene Skepsis schnell hinweggewischt wurde.

Da wir am Vortag das Auto im Parkhaus hatten stehenlassen, mussten wir uns auf die Suche nach einem Taxi machen und da wir eh auf der Tanke einiges an Proviant besorgen mussten, machten wir einen kleinen Spaziergang entlang der Schalker Turnhalle, um uns plötzlich auf einem riesigen Flohmarkt wiederzufinden, bei dem der Begriff „Floh“ wirklich passt. Was für ein Gammel, der dort feilgeboten wurde und dann auch noch Himmel und Menschen. Irgendwie schlugen wir uns durch, bunkerten Kippen (Marky) und Energy Drinks (äääh…ich), fanden ein Taxi und schipperten gemächlich in Richtung Amphitheater, um Tag 2 mit den großartigen Traitor zu beginnen.

Die unfassbar sympathischen Balinger ließen sich dann auch nicht lumpen, starteten mit einem saukomischen Intro und thrashten danach den bereits zahlreich Anwesenden die Flusen des Vorabends aus der Birne. Witzig war, dass viele der noch etwas verkatert wiirkenden Zuschauer anfangs gar nicht bemerkten, dass mit Andreas Mozer der Drummer die Vocals übernimmt und sie dementsprechend fragend in die Runde schauten und irgendwas von „Playback“ murmelten. Nix da, die Songs von "Knee deep in the dead" ballerten amtlich, die Jungs waren permanent unterwegs, der Sound war sauber und man merkte dem Quartett den Spaß an, den dieser Gig mit sich brachte. Für mein Empfinden hätten Traitor ruhig noch eine Stunde weiterspielen können, so gut fand ich deren Performance. Ich freute mich jedenfalls sehr darüber, dass wir 2 Stunden später ein nettes Schwätzchen führen konnten und uns dabei sogar ein DD Verni von Overkill fotografierte. Doch dazu gibt es mehr im bald erscheinenden Interview. Ich freue mich darauf, die Jungs auf dem von uns präsentierten Way of Darkness im Oktober wiederzusehen.
28 Jahre Bandgeschichte, neun großartige Alben und dennoch meine livehaftige Premiere der Schweden von Nocturnal rites, auf die ich im Vorfeld ja so richtig Bock hatte, ist das im letzten Jahr erschienene Album "Phoenix" eine echte powermetallische Handgranate, die es nun live umzusetzen galt. Bei einer solch begrenzten Spielzeit ist es natürlich kaum möglich, bei einer solch umfangreichen Discographie mehr als die sieben hier gespielten Songs zu präsentieren, doch diese kamen mit Schmackes und einem kräftigen Handkantenschlag um die Ecke. Frontmann Jonny Lindqvist brillierte gesanglich auf einen Niveau, den vielen größeren Bands zur Ehre gereicht hätte und sang Songs wie die neuen „A heart as black a coal“ oder das krachende „Repent my sins“ genauso brillant, wie das bereits 11 Jahre alte „Call out to the world“ vom ebenfalls starken Scheibchen „The 8th sin“. Machen wir es kurz: Richtig geil!

Before we waste away
Never again
Still alive
Repent my sins
Call out tot he world
A heart as black as coal
Fools never die
Kennt Ihr das? Man kennt die auftretende Band, vielleicht ein, zwei Songs und nimmt sich definitiv vor, während des Auftritts besagter Musikanten kurz reinzuhören, um dann entweder der Nahrungs- oder Getränkeaufnahme zu frönen…doch dann kommt es anders, man verweilt wie angewurzelt vor der Bühne, reckt die Fäuste gen Himmel, singt mit (sofern es die ramponierte Stimme noch mitmacht) und erlebt DIE Überraschung des Festivals. Ganz klar, die Wiesbadener von The new roses SIND für mich die heimlichen Gewinner an diesem Wochenende, denn neben dem eiskalten Bier und dem herrlichen Wetter, passte der Rock des wie Derwische aufspielenden Quartetts wie Arsch auf Eimer. Merkte das fachkundige Publikum auch und feierte die Hessen gnadenlos ab, sang mit (auch wenn mal nicht ganz textsicher war) und feierte eine fette Sommerparty. Davon scheinbar angesteckt, legte sich der Trupp auch voll ins Zeug und vor allem Frontmann Timmy gab Alles. Das viele der Besucher das restliche Wochenende den Refrain zu „Thirsty“ mal leise, mal laut vor sich hinmurmelten, lag an der großartigen Performance der Rocker aus dem Rheingau, die sich mit diesem Auftritt meinen nächsten Besuch bei einem ihrer Konzerte gesichert haben. Hammergeil!!!
Every wildheart
Forever never comes
Dancing on a razorblade
Gimme your love
It’s a long way
Life ain’t easy (For a boy with long hair)
Davil’s toys
One more for the road
Thirsty
Als Pioniere der drei Gitarren bekannt, sollten nun die Amis von Leatherwolf die Bühne entern und gemäß ihrer nunmehr fast 37jährigen Bandkarriere fanden sich zum größten Teil die Altvorderen vor der Bühne ein, um mit ihren Gehhilfen die Band aus Huntington Beach abzufeiern. Ich persönlich finde es schade, dass Bands, egal welchen Status sie innehaben, die vor satten 11 Jahren ihr letztes, reguläres Studioalbum veröffentlichten, solch einen hohen Slot bekommen und somit anderen, weitaus jüngeren Bands, die sich diese Ehre ebenfalls verdient hätten, den Platz wegnehmen. Da hilft es auch nicht, dass Leatherwolf so selten in Europa zu sehen waren und dementsprechend anscheinend Kultstatus haben. Na ja, der Gig an sich war ok, wobei die dritte Gitarre von Frontmann Michael Olivieri zum größten Teil nur schmückendes Beiwerk war und hauptsächlich um seinen Hals hing.
Spiter
Endangered species
Season of the witch
Street ready
Princess of love
Spirits in the wind
Cry out
Thunder
Hideaway
Leatherwolf
Wicked ways/The calling
Ok, auch Cirith Ungol haben seit mittlerweile 27 Jahren nichts wirklich Neues mehr veröffentlicht, doch im Gegensatz zu Leatherwolf haben die Mannen um Tim Baker eine unfassbare Aura, die sich mit der Dichte des vor der Bühne stehenden Publikums sichtbar messen ließ. Außerdem hat die vor 46 Jahren gegründete Doom Legende dermaßen viele Klassiker im Repertoire, so dass man unweigerlich mitgehen muss, selbst wenn man diese vielleicht nur vom Hörensagen kennt. Ich jedenfalls bezweifle stark, dass die Leute in den ersten 4 Reihen schon auf der Welt waren, als 1981 „Frost and fire“ veröffentlicht wurde, von dem es natürlich den Titeltrack ebenso auf die Ohren gab, wie auch „Atom smasher“ und „King of the dead“ von gleichnamigen 84er Überalbum des Fünfers. Mein Highlight war aber definitiv die Coverversion des Arthur Brown Klassikers „Fire“, der in einer fetten Manier runtergezockt wurde.

Es war eine fantastische Zeitreise einer Band, die heute noch eine unglaubliche Faszination ausübt und diese ebenso musikalisch und bühnentechnisch transportieren kann und bei der mit Night Demon Frontmann Jarvis Leatherby ein Mann am Bass steht, der mit seinem metallischen Enthusiasmus die alten Herren förmlich mitreißt. Ebenfalls ein Gewinner des Wochenendes: Cirith Ungol!
Atom smasher
Join the legion
Blood and iron
I’m alive
Black machine
Frost and fire
Cirith ungol
Chaos descends
Fire
Master of the pit
King of the dead
Bereits weit im Vorfeld bemängelte ich, dass auch wieder in 2018 das Geballer ein wenig zu kurz kommt und vermehrt auf Traditionelles gesetzt wird. Gut, Marduk verbindet beides und live gehen die Schweden immer gut rein. Aber 1.) nicht bei Sonne, 2.) nicht bei einem unfassbar unterirdischen Sound, bei dem die Drums fast kaum wahrzunehmen waren und 3.) nicht bei einer solch lustlosen Vorstellung des Quartetts, welches mir den Spaß (darf man den bei Marduk überhaupt haben?) und die Freude (aaaaargggh) komplett nahm. Wenn dies die Intention der Band war, hat sie es geschafft, denn das war in meinen Augen der schlechteste Marduk Gig, den ich jemals gesehen habe.
Eine Ruhrpott Ikone wie Axel Rudi Pell darf natürlich bei solch einem Event vor seiner Haustür ebenfalls nicht fehlen und wenn auch viele im Vorfeld vom „Balladen-Axel“ sprachen muss ich gestehen, dass ich gute zwei Drittel des Gigs aushielt, bevor ich mich der Nahrungsaufnahme widmete, denn danach sollten ja Overkill ihren ersten Headliner Gig auf dem Rock Hard absolvieren und dem darf man sich nicht auf nüchternen Magen geben. ARP war definitiv ok, aber absolut nicht my cup of tea. Das soll dann doch lieber jeder für sich bewerten, der da war, oder das Konzert hier noch einmal mitverfolgt.
Anhand der auf dem Gelände vorhandenen T-Shirt Dichte konnte man bereits im Vorfeld erkennen, welch einen Stellenwert das nun folgende Inferno der New Yorker Thrash Haudegen haben würde und als pünktlich um 21:30 das Intro zu „Coma“ erklang, gab es keinerlei Halten mehr! Das knüppelvolle Atrium setzte sich in Bewegung und zollte so Overkill den Respekt, den sich die Jungs über all die Jahre erspielt und folgerichtig verdient haben. Das Hauptaugenmerk lag parallel zur Veröffentlichung der „Live in Overhausen“ auf den beiden Alben „Horrorscope“ und „Feel the fire“, wobei ich etwas traurig darüber war, nicht „New machine“ gehört zu haben, mein Lieblingssong auf meinem Lieblingsalbum des Quartetts. Sei’s drum, denn das war Jammern auf allerhöchstem Niveau.

Fit wie die Turnschuhe schrubbten sich die Jungs vom Big Apple durch ein best of Programm, das seinesgleichen sucht und dementsprechend bejubelt wurde. Blitz war in Höchstform, das Timing war perfekt, der Sound brachial, die Lichtshow überragend und überhaupt ist es nicht vermessen zu behaupten, dass Overkill der in meinen Augen beste und würdigste Headliner in der Geschichte des Rock Hard Festivals war. Man konnte sich dem Geschehen auf der Bühne auch zu keiner Sekunde entziehen ohne Angst haben zu müssen, irgendetwas zu verpassen. Blitz machte seine Späßchen und brillierte mit überragenden Deutschkenntnissen wie „Verpisst Euch, Ihr Luschen“. Nein, das war großes Kino und wenn manche Auftritte Champions League Niveau hatten, so gewannen Overkill mit diesem Gig den Weltpokal. Dazu trugen die außerplanmäßigen Songs „In union we stand“ und „Elimination“ auch noch maßgeblich bei. Um für diesen Auftritt ein passendes Synonym zu finden, muss der Duden umgeschrieben werden. Fantastisch!

Coma
Infectious
Blood money
Thanx for nothin‘
Raise the dead
Rotten to the core
There’s no tomorrow
Feel the fire
Horrorscope
Hammerhead
Nice day…for a funeral
Overkill
In union we stand
Elimination
Fuck you
Sonic reducer
Fuck you
Das dieser Auftritt noch Stunden danach in aller Munde war, merkten wir etwas später an der Hotelbar, wo das eben Gesehene noch einmal minutiös analysiert wurde und wir uns über die folgende Aussage eines etwas angeheiterten Festivals-Besuchers königlich amüsierten: „Also…Marduk waren viiiiel besser als Overkill“…Sachen gibt’s…tztztz

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