Die Bummel-Liese und eine liebreizende Resonanz

An erster Stelle erst einmal ein riesen großes SORRY meinerseits für die verspätete Abgabe meines Berichtes. Momentan beruflich eingespannt, bin ich Bummel-Liese leider jetzt erst dazu gekommen. Dennoch möchte ich trotzdem nicht die Gelegenheit verpassen, um über die zweite Runde des Live Evil in Berlin zu berichten. Nachdem 2016 die Premiere des Live Evil in Berlin erfolgreich stattgefunden hat und internationales Publikum herbei eilte, versammelten sich vom 26.5.-27.5.17 erneut Fans aus aller Herren Länder, um an diesem feurigen Event teil zu nehmen. Schön zu hören bzw. zu lesen, dass das diesjährige Live Evil Berlin eine so gute Resonanz erhalten hat, welches sich über sämtliche Medienbereiche, sei es nun über Facebook oder anderen Kanälen, erstreckte und auch ich fühle mich noch einmal angehalten ein paar kurze Eindrücke, wie nun folgend, auf das Papier zu kritzeln.

Bereits am Donnerstag, den 25.5.17, liess man vorab beim Warm-Up schon die Korken knallen. Als Opener stand Saturnine, eine steinstarke Frauenband auf der Bühne, die mit Witchy Sludge/Doom das Publikum verhexte und begeisterte. Danach gab es diverse Venom-Cover im Herr der Ringe Format von Barrow Wight um die Lauscher und zu guter Letzt stand Sachsens schärfster Importschlager Division Speed auf der kleinen Bühne im Urban Spree und machte die Fans schon einmal Festivalfit.
Freitag, 26.5.17

Wie schon beim Warm-up, wurde der erste Festivaltag mit weiblicher Präsenz eröffnet, denn ab 17:30 Uhr stand ex-The Oath Elfe, Linnéa Olsson, mit ihrem neuen Soloprojekt Maggot Heart auf der Bühne und präsentierte im Rock ´n´ Roll-Format die brandneue EP ,,City Girls“, die beim Publikum ziemlich gut ankam. Begleitet wurde sie von nicht unbekannteren Bandmitgliedern von ex-In Solitude und Death Ritual, sehr zur Freude alter Anhänger, die ziemlich erfreut über die Bandzusammenstellung waren und ein ganzes Stückchen näher an die Bühne heran rückten.

Ab 18:15 Uhr trat die Finnische Death Metal Truppe, Malicous, auf die Bühne der kleinen Venue mit einem Songsortiment aus ihrem 2013er Scheibchen ,,Mental Illness“ und dem 2015er Album ,,Black Fumes“ und zwei brandneuen Tracks in Erscheinung. Da hat es aber ordentlich gepoltert im kleinen Keller und die Gäste feierten trotz diverser Platzprobleme ziemlich ab.

Dagegen ging es ab ungefähr 19:15 Uhr etwas atmosphärischer in der großen Venue weiter, denn die Berliner Kapelle Albez Duz kam auf die Bühne und präsentierte neben älteren Songs auch Auszüge des 2016er Albums ,,Wings of Tzinacan“. Eines muss man der Truppe wirklich lassen, das die einst als Nebenprojekt starteten, kann man heute kaum noch glauben, so gekonnt wie sie ihre Auftritte hinlegen. Da wurde auch der letzte Hartmetaller mit ihrem selbsternanntem, steilen Occult Doom Rock, locker um den Finger gewickelt.

Mit Drowned wurden ab 20:15 Uhr wieder härtere Geschütze aufgefahren, denn die Truppe aus Berlin ist bekannt für brachialen Death Metal, der mit Songs wie ,,Embrace the Beast“ oder ,,Rippedfrom the Cross“ unter das Publikum gebracht wurde. Einen interessanten Kontrast dagegen boten ab 21:30 Uhr Black Magic, die ja bekanntlich einst vom Black- zum Heavy Metal konvertiert sind und mit dem neuen Demo ,,Demon Lord“ nun fast einen völligen Stilbruch zu 60er/70er Rockmusik hinlegen.

Am Freitagabend spielten sie einen, sagen wir mal guten Mix aus den alten und neuen Scheiben, wobei die Tendenz zum neuen Stil schon ziemlich deutlich heraus zuhören war. Aus den Publikumsreihen, die sich an der Bühne schon stapelten, wurden nach dem Gig geteilte Meinungen kund getan. Die Einen konnten sich mit der neuen Welle gut arrangieren, Andere dagegen eher nicht und man wünschte sich eigentlich doch ein paar mehr Songs von der fulminanten EP ,,Wizard´s Spell“ von 2014. Lauthals wurden Songwünsche dieser absolut geilen Scheibe dem Sänger, Jon, entgegen genölt, aber jedem etwas recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann und so blieb auch Jon standhaft bei seiner neuen eingeschlagenen Richtung und setzte mit ,,Sacrifice“ als Zugabe noch einmal rotzfrech einen 60er/70er mässig oben drauf.
Den Abschluss des Freitagabends rundeten Bang und Nekromantheon ab, wobei man sagen muss, dass Letzterer vom Ballerfaktor wirklich alles übertraf. Die Thrash-Truppe aus Norwegen stieg mit einem guten Sortiment aus den Alben ,,Divinity of Death“ (2010), ,,Rise, Vulkan Spectre“ (2012), aber auch überraschend mit älteren Gesangseinlagen wie ,,The Coffin awaits/Metal Vendetta“ aus der EP von 2007 auf die Bühne. Das reinste Gemetzel wurde mit geilen Tracks wie ,,Devolutionary Storms“ veranstaltet und zum Abschluss gab es als musikalisches Bonbon ein fettes Death Strike cover.

Wer nach diesem knallharten Tag immer noch nicht Partymüde war, konnte sich bei der Aftershow-Party ab 23:45 Uhr den Wind von den DJs Nuctemeron und Hellstryker um die Nase wehen lassen.

Samstag, 27. 5. 17


Der zweite Festivaltag begann erneut unter dem Stern weiblicher Bühnenpräsenz, denn Dolch standen ab 16:45 Uhr auf der Stage und gaben mit mystischer Herrlichkeit Songs ihres Scheibchens ,,I&II“ zum Besten. Leider erschien ich viel zu spät und konnte gerade mal die letzten beiden Songs mit verfolgen. Verdammt.

Weiter ging es ab ungefähr 17:45 Uhr mit Cauldron aus Toronto. Mit Scheiben wie ,,Chained to theNite“ und ,,Tomorrows Lost“ wurde kanadischer Heavy Metal unter die Leute gebracht. So rege, wie ich mir den Gig im Vorfeld ausgemalt hatte, war er aber leider nicht. Er war jetzt nicht schlecht, aber es hat dennoch etwas mehr Dampf unterm Kessel gefehlt. Ab ca. 18:45 Uhr traten Obliteration auf die Bühne, aber leider habe ich mich im Garten mit ein paar hochinteressanten Leuten verquatscht. Upps, sorry.

Dafür ging es ab 19:45 Uhr sportlich, schnittig&schick mit den Jungs von Ranger weiter. Ich glaube ich habe Sänger und Frontkanone, Dimi Pontiac, noch nie so fit gesehen, wie beim diesjährigen Live Evil. Bewaffnet mit Stirnband und seiner flotten Gitarre, wirbelte er in den höchsten Tönen Songgranaten wie ,,Speed&Violence“ und ,,Shock Skull“ durch die kleine Venue und brachte das Publikum mit geballtem Speed Metal in Höchstform.
Aber das sollte noch nicht alles sein an diesem Abend und eigentlich konnte man sagen, der Samstag wurde immer doller. Nach der sportlichen Speed Metal Einlage von Ranger, kamen dagegen Solstice ab 20:45 Uhr anfangs so gar nicht in die Gänge. Schuld war nicht etwa eine gerissene Gitarrenseite, wie es beim diesjährigen Live Evil schon ab und an mal vorkam – nein- der Grund für den verspäteten Auftritt war kein anderer als der Gitarrist, denn auch nach einem verzweifelten Aufruf des Sängers und Frontmanns, Paul Kearns, mit den achso liebreizenden Worten wie: ,,Where are you, you f***gc**t ?“, trat der 10 Minuten lang als verschollen gegoltene Gitarrenheld endlich auf die Bühne und die Band war wieder komplett. Wo der gute Herr solange verblieb (wahrscheinlich auf dem Klo hängen geblieben), bleibt bis heute ungeklärt. Dennoch gaben Solstice auch mit einiger Zeitverzögerung einen ordentlichen Gig ab und Songs wie ,,White Horse Hill“ und ,,Cimmerian Codex“ dröhnten durch die große Venue und das Publikum fröhnte nicht nur einem großartigen Auftritt, sondern hatte auch noch eine große Portion Spaß.

Spaßig ging es auch ab ungefähr 22:00 Uhr mit den Belgischen Troubadouren von Possession weiter. Die Typen sind ja so ziemlich bekannt für ihre extravaganten Auftritte, aber beim Live Evil war ihr Enthusiasmus wohl etwas zu gut gemeint. Beim Gang auf die Bühne etwas zu stürmisch und nach den ersten Songs hats auch noch den Verstärker weggeboxt, aber nichtsdestotrotz feierten die Fans ausgelassen bei grossartigen Tracks ihrer letzten Aufnahmen, aber vor allem dem neuesten Scheibchen ,,Exorkizein“ (2017) und unsere Belgischen Jungens setzten wieder alles daran, dass das Publikum auch ja auf seine Kosten kommt. Jungs, ihr seid echt die Härte!

Zu vorgerückter Stunde und mit einer Wartezeit, wie man sie im Höchstfall bei der Audienz beim Papst vorfinden kann, wartete man nun auf den Samstagsheadliner, der kein anderer war als AURANOIR. Ich muss gestehen, so ein bisschen etwas Diven-mäßiges hatte das schon, wenn eine Band seine Fans ca. 30 Minuten vor verschlossener Tür stehen lässt und Niemand auch nur einen Blick in die Halle werfen darf. Nun gut, nach der Rumdümpelei öffnete sich dann auch das Tor zu einer der mächtigsten Black/Thrash Metal Bands in der Geschichte des Düstersounds und ehe man sichs versah, wurde es dermaßen gerammelt voll in der großen Venue, dass man kaum noch treten konnte. Es wurde ein ordentliches Songsortiment ältesten Stoffes der Norweger auf die Bühne drapiert, wobei das Publikum schon diverse Singalongs durch die Halle gröhlte. Aura Noir als krönender Abschluss des Festivals war auf jedenfall eine gelungene Idee.
Fazit: Auch die zweite Runde des Live Evil in Berlin konnte sich sehen und hören lassen. Internationales Publikum und Bands, die so manches Equipment zu Fall brachten, tummelten sich an diesem Wochenende im Cassiopeia herum. Großes Lob auch an die Veranstalter für die super Organisation und den reibungslosen Ablauf. Große Bemängelungen gibt es nicht…also dann große Freude auf ein drittes Mal in 2018!

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