EHER SCHREIER ALS GRUNZER



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Zu guter Letzt möchte ich noch ein wenig über Deine Arbeit bei Killustrations erfahren. Unter diesem Label fungierst Du als Artwork Künstler und hast bereits Bands wie Accuser, Messiah, besagte Greydon Fields und vor allem Bonded mit tollen Graphiken veredelt und sogar jemanden dazu animiert, sich das Cover der letztgenannten Band auf den Rücken tätowieren zu lassen...

Das ist aber nicht mein Rücken, als Anmerkung...

Würdest Du Dir ein selbst entworfenes Bild stechen lassen?

Das wäre kein Ausschlusskriterium. Die Tattoos, die ich habe, sind größtenteils auch von mir selbst entworfen. Mein Logo auf der Brust zum Beispiel, doch ich habe nichts großartig Filigranes, mit tausenden Schattierungen oder so. Das Bonded Motiv hätte ich mir gut auch vorstellen können, da es schwarz ist und Farbiges bei mir nicht infrage kommt. Worauf wollten wir hinaus (lacht)?

Wie gehst Du an solch ein Motiv ran? Arbeitest Du lieber mit realen Bildern oder selbst erschaffenen Skulpturen wie bei der letzten Accuser?

Da gibt es kein Patentrezept. Ich arbeite bei jeder Band verschieden, handle jedes Projekt individuell, sei es vom Konzept her, vom Budget und es ist immer unterschiedlich. Manchmal mache ich nur das Frontcover, was natürlich der zentrale Punkt ist und das Gesicht des Albums darstellt, welches heutzutage eh die meisten nur kennen und sich nicht die Mühe machen, auch mal auf die Rückseite zu schauen, was beim Streamen ja auch schwierig ist.

Ich mache gerne das Komplettpaket mit Booklet, Merch und allem, was da noch so anliegt, doch es steht und fällt immer mit dem Konzept. Ich versuche immer mit Fotos als Basis zu arbeiten, auch wenn es dann meist eine digitale Coulage ist. Also nichts mit Papier, Schere und Kleber (lacht). Ich mache alles am Computer und bastle da die Fotos zusammen. Natürlich gibt es auch Fälle, wo ich was zusammenbaue, dann erst fotografiere und danach alles zusammenführe. Der “Zeitgeist” Sarg beispielsweise existiert ja wirklich und ist nicht digital entstanden. Der steht hier wirklich hinter mir, den habe ich gebastelt und wird dann einfach abfotografiert. Das war schon ein Artwork, welches wenig Postproduktion erforderte, da der fotografische Anteil einfach höher war.

Bei Accuser mussten wir tatsächlich ein wenig mehr machen, denn so einen überlebensgroßen Paragraphen findet man nicht einfach auf irgendeiner Schrotthalde (lacht). Das ist eine Mischung aus einem real existierenden Paragraphen und Fotos von diversen Müllhalden, die ich dann zusammengeführt habe. Der Rest ist Betriebsgeheimnis, hahaha.

Welches Artwork Künstler oder Künstler im Allgemeinen magst Du noch so?

Viele! Das ist so eine große, faszinierende Welt und wenn Du hinter mich guckst, siehst Du ganz viele Kunstbildbände, bei denen ich in ein Drittel noch gar nicht reingeguckt habe, weil ich nicht hinterherkomme. Es gibt so viele großartige Künstler, das würde jetzt total den Rahmen sprengen.

Es gibt viele Künstler, die ich extrem geil finde, was ich aber persönlich niemals machen würde und dennoch totaler Fan von bin. Mit Klassikern wie Dalí, Giger oder Bosch zu kommen, ist ja schon fast langweilig und dennoch sind alle drei geil. Natürlich gibt es auch Cover Künstler wie Dan Seagrave oder Kristian Wahlin aka Necrolord, die ich extrem großartig finde. Ich habe letztens ein paar Künstler gepostet, die mich maßgeblich beeinflusst haben, wo auch das Cover zur 94er Tiamat “Wildhoney” von Necrolord mit bei ist. Knallig orangefarbig, absolut Metal-untypisch, was aber total zur Musik und dem gesamten Album passte. Das war eine visuelle Durchschlagskraft, die vielleicht nicht stilprägend war, dennoch frischen Wind in die Metalszene brachte, die immer ziemlich eng gesteckte Szenecodes hat.

Aber was erzähle ich das Dir, denn als Rezensent sind Dir über die Jahre mit Sicherheit auch extrem viele schäbige Cover untergekommen, die teilweise von einem Viertklässler hätten gezeichnet werden können. Hauptsache es kommen irgendwelche Klischees drin vor, die unterm Strich einfach nur Schrott sind. Ich habe immer versucht, meine Artworks frei von solchen Elementen zu halten.

Ich bin aber auch Fan von Coverartworks, die nicht gezeichnet sind, sondern viel mit Fotos arbeiten und da gibt es ein Cover, welches mich ebenfalls ziemlich geflasht hat und das war die “Demanufacture” von Fear Factory. Das ist eine supergeile Mischung aus Simplizität, von der Herangehensweise her.  Da passiert wirklich nicht viel, aber die Message dahinter ist geil. Das versuche ich seit Jahren mit
Killustrations umzusetzen und diesem “Schneller, Höher, Weiter” Trend etwas entgegenzusetzen. Das ist nicht meins und wäre mir zu aufwendig. Beispiel: Wenn jetzt eine Thrash Metal Band auf mich zukommen würde und 50 auf einem Berg hinaufrennende Zombies benötigt, könnte ich das schon umsetzen, bräuchte dafür aber Wochen und würde die Band einen scheiß Haufen Kohle kosten. So funktioniere ich nicht, da ich auch in Vergangenheit schon schauen musste, mit kleinem Besteck und eng gesteckten Budgets zu arbeiten.

Ich versuche immer eher etwas in Szene zu setzen, was minimalistisch ist, aber dennoch knallt. Sei es aus einer Kombination von Dingen, die im ersten Moment vielleicht zusammenpassen…wie bei der letzten Undertow, wo ich einer Pusteblume statt eines Stengels eine Wirbelsäule verpasst habe. Oder die letzte EP von Messiah, wo in einem Kopf einfach ein sargförmiges Loch war. Für Adrian Weiss habe ich bislang auch alle Artworks gemacht. Dieses Tape mit dem Polizei Absperrband war auch ziemlich geil.

Welches Album Artwork einer Platte, die Du eigentlich total geil findest, findest Du total scheiße und hättest es am liebsten selber gemacht?

(überlegt lange) Puuh…Danzig II Lucifuge. Da gibt es ja mehrere Versionen, zum Beispiel das eine mit seinen Nippeln und dem Danzig Kreuz, gaaanz schlimm (lacht). Aber es ist nun einmal eines meiner absoluten Lieblingsalben und als das rauskam war ich gerade einmal…7…nee, oder? (lacht).

Bei mir ist es tatsächlich Pantera mit „Cowboys from hell“, wobei ich da auch dem Titel total scheiße finde…

Aber da hat man schon schlimmere gesehen, oder? Es gibt aber auch Bands, die noch nie einen besonders guten Geschmack bei Artworks gehabt haben und Pantera gehören da sicherlich mit dazu. Bei mir das erste Album die „Far beyond driven“, das Cover war auch…ohje…

Artillery’s „Terror squad“…

Warte…ich guck mal…hm…das geht doch schon fast wieder als abstrakte Kunst durch (lacht). Aber jetzt, wo ich das Bild mal groß gemacht habe…vom zeichnerischen her ist das jetzt gar nicht mal soooo schlimm. Da wird schon mit abgefahrenen Winkeln gespielt. Aber es gibt auch unfassbar viele BM Cover, wo die schwarz angetünchten Typen irgendwie einfach nur rumstehen. Das finde ich sowas von furchtbar, obwohl ich ja im Black Metal Bereich durchaus gerne unterwegs bin. Ästhetisch gibt es da aber auch eine ganze Menge cooler Sachen und ich finde, dass die sich alle über die Jahre hinweg von ihren „Ich bin böser als alle andere“ Geschichten ein wenig gelöst haben.

Welcher Band würdest Du gerne mal ein Artwork verpassen?

Ich wüsste gar nicht, ob mein Stil überhaupt zu den Bands passt, die ich besonders geil finde. Obwohl…wenn mich Glen Danzig heute fragen würde…sooo geile Sachen macht der ja nun auch nicht mehr. Gerade dieses Elvis Album…zum fremdschämen (lacht).


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