Das Jahr 2012 hatte für mich eine ganz besondere Überraschung parat. Nicht nur, dass ich mich ziemlich heftig im Gesicht habe operieren lassen müssen, nee, die Nordhausener Zero Degree haben mit „Surreal world“ das wohl beste Dark Tranquillity Album aufgenommen, welches Dark Tranquillity selbst nie aufgenommen haben. Das soll in keinster Weise abwertend klingen, denn dafür ist dieses Album viel zu stark. Für Jeden, dem In Flames zu lasch geworden sind und die die Schnauze voll von völlig überproduzierten und lästig etikikettierten Pseude Melodic Death Scheiben, sei das Debüt des Sechsers wärmstens ans Herz gelegt. Ich schnappte mir Gitarrist Sebastian Weißgerber und quetschte ihn mal ein wenig aus.
Nordhausen...da liegt der Verdacht nach Eurem Lieblingsgetränk nahe...>

Na klar! Korn mit Cola = Echter Nordhäuser Metal. Klingt zwar nach einem unmetallischen Mixgetränk macht aber keine Kopfschmerzen und wird von unserem Bandchef Pascal favorisiert.

Leute, warum hat man von Euch nicht schon viel früher was gehört? In Zeiten, wo der deutscher Death oder speziell der Melodic Death Metal Sektor teilweise sträflich vernachlässigt wurde, kommt Ihr jetzt erst um die Ecke…

Wir sind eine Band voller Perfektionisten und deswegen hat es sehr lange gedauert unsere erste Platte an den Start zu bringen aber ich hoffe es hat sich trotzdem gelohnt.

Eure Einflüsse auf „Surreal world „ sind unbestritten, dennoch frage ich mich ob Ihr Euch bewusst seid, ein weitaus besseres Album als das letztes In Flames „Sounds from a playground fading“ veröffentlicht zu haben?

Ich denke, dass das ganz auf den Hörer ankommt. Für die meisten Metalfans, die die 90er Szene bewusst miterlebt haben ist das sicher eher der Fall als für die jungen Kiddies, die heute auf
In FlamesKonzerte gehen. Die können meistens mit den älteren Sachen nichts anfangen, wobei sich unsereins extrem freut, wenn sie das Zeug spielen. Zudem kann man das heute nicht mehr vergleichen. Ich denke, die musikalische Schnittmenge zwischen In Flames und uns ist sehr gering geworden. Klar wird beides irgendwo mit „melo-death“ gelabled, aber wir machen unser Ding und wenn das den Leuten besser gefällt, freut uns das natürlich.
Ihr habt das Album bereits 2010 eingetütet und in Eigenregie veröffentlicht. Warum jetzt noch mal der Weg über Massacre Records? Habt Ihr im Gegensatz zu 2010 irgendetwas verändert?

Mit Plattenfirma im Rücken erreicht man doch bedeutend mehr Leute als im Alleingang. Wir haben es einfach als Chance gesehen ZD weiter voran zu bringen und hoffen, dass das auch klappt. Die Platte hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Im Booklet sind jetzt ein paar Fotos enthalten, aber die Tracklist ist gleich geblieben.

Ich gehe dadurch ja mal stark davon aus, dass Album Nummer zwei bereits fertig geschrieben und komponiert ist, oder?

Leider ist das nicht so. Wie ich schon anfangs sagte, sind wir sehr perfektionistisch und gehen demokratisch vor, wenn wir neue Songs schreiben. Da werden viele Ideen über den Haufen geworfen und neue gestrickt. Es ist manchmal nicht einfach, Mitglied bei ZD zu sein. Man denkt sich „Hey, der Song ist fertig“ und bei der nächsten Probe ist schon alles wieder auseinander gepflückt und neue begonnen worden. Dadurch geht es verdammt langsam mit der neuen Platte voran, aber wir sind guter Dinge Ende des Jahres was Neues im Programm zu haben.

Ihr habt das Teil ja selbst produziert, was in meinen Augen die perfekte Wahl war, denn Produzenten solcher Musikrichtung wie Tue Madsen und Konsorten hätten Euch mit Sicherheit nicht den Sound verpasst, der mir gerade so gefällt. Warum habt Ihr das Teil in Eigenregie eingetütet?

Hahaha, vor allem lagen die bei weitem außerhalb unseres Budgets. Wir haben Tue Madsen mal angefragt und er wollte für zwei Songs mehr als die ganze Platte gekostet hat, aber ich will seine Qualität auf keinen Fall infrage stellen. Zudem haben es viele Produzenten in der heutigen Zeit sehr schwer, da ja jeder am Rechner zu Hause schon ganz einfach aufnehmen kann, da müssen die Profis sehen wo sie bleiben. Die Eigenproduktion war also im Grunde Mittel zum Zweck und hatte den Vorteil, dass wir uns wiedermal Zeit lassen und machen konnten was wir wollten. Bei den nächsten Produktionen hätte ich aber schon gern eine unabhängige Meinung mit im Boot.

Was an der Welt ist für Euch surreal? Erklärt mir doch mal bitte den Hintergrund zu Eurem Albumtitel.

Tja, das ist eine gute Frage, die genaue Antwort hätte sicherlich eher unser Sänger Thomas zur Hand, was er sich darunter vorstellt. Ich kann dir eigentlich nur meine Interpretation davon geben. Ich verstehe darunter die Manipulation der Gesellschaft, welche heute überall stattfindet und meistens merken die Leute es gar nicht. Besonders in den Medien und in sozialen Netzwerken werden die Menschen gelenkt und ausspioniert. Das kann sogar soweit führen, dass die Leute Dinge glauben, die in Wahrheit falsch sind. Es ist also gar kein genaues Thema gemeint sondern beinhaltet viele Aspekte unserer modernen Lebenskultur.
In meinem Review habe ich gerade „Whispering age“ so angepriesen. Merkt man das eigentlich selber, wenn man im Proberaum so ein kleines Meisterwerk eintütet?

Das war für mich definitiv nicht der Fall. Ich mochte den Song anfangs überhaupt nicht. Als wir ihn die ersten paar Male live gespielt haben, hatte ich Angst, dass die Leute nicht verstehen, was es damit auf sich hat und dann noch der ¾ Takt … „Whispering age“ ist im Proberaum entstanden und bei meinen Bandkollegen hat er sofort gezündet. Erst im Laufe der Zeit hat mir sich das epische an dem Song erschlossen. Ich finde es ist wirklich ein Glanzstück auf dem Album und ich liebe die Gitarrenharmonien.

3 Gitarristen…klappt das? Wie kamt Ihr denn auf so eine Idee? Der Maiden-Virus?

Die Sache mit den drei Klampfen existiert schon seitdem es die Band gibt. Pascal wollte, dass die Band live genauso druckvoll wie auf Platte rüberkommt, wenn es um die mehrstimmigen Leads geht. Es funktioniert soweit ganz gut, aber man muss sich beim Songwriting definitiv darauf einstellen. Die Gitarristen innerhalb der Band dürfen keine Egozentriker sein und müssen einen Gang zurückschalten. Mit Maiden hatte das glaube ich in dem Fall eher weniger zu tun.

In Eurem Web Banner werdet Ihr angepriesen mit Vergleichen zu Turisas und Ensiferum…wer hat sich denn solch einen Bockmist einfallen lassen?

Hahaha, gute Frage. Also das hat sich jemand bei „MASSACRE“ einfallen lassen. Aber ich kann mir schon sehr gut vorstellen, warum das so ist. Es geht darum neue Fankreise zu erreichen. Klar hat die Musik selbst eher weniger mit Pagan Metal zu tun, aber ich denke, dass deren Fans auch unsere Musik mögen. Es ist ja auch episch angelegt nur ohne Zerrwanst und Tröten.
Es existiert ja noch ein anderes musikalisches Projekt unter dem Namen Zero Degree und das schon seit 2004. Gibt es da Probleme namenstechnisch?

Bis jetzt nicht und wir hoffen auch, dass das so bleibt. Wir haben kein Problem damit, ich weiß aber nicht wie die Leute in dem anderen Projekt darüber denken. Es kam schon öfter zu lustigen Verwechslungen. Beispielsweise hat man uns mit Informationen und Subtext des Elektroprojekts angekündigt und umgekehrt haben die Leute gedacht, dass wir auf dem WGT spielen, weil unsere Website unter dem Bandnamen stand.

Ich will Euch schnellstens und umgehend live sehen. Wann und wo kann ich vorbeikommen? Was steht in nächster Zukunft an?

Da freuen wir uns natürlich drauf. Zurzeit haben wir einige Termine in Planung, aber solange noch nichts offiziell ist, möchte ich hier nichts ankündigen. Also einfach immer mal auf unserer Website nach Terminen Ausschau halten, es wird dieses Jahr definitiv noch ein paar Möglichkeiten geben sich eine Portion ZD abzuholen!

Ich bleibe dabei, wenn nicht mehr Aufregendes dieses Jahr kommt, seid Ihr DIE Newcommer 2012. Daher gehören Euch auch die letzten Worte…

Super und danke dafür, wir fühlen uns geehrt! Bis zum Gig \m/

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