STILISTISCH FLEXIBEL



Mit „Crimson Messiah“ haben IRON FATE ein großartiges zweites Album vorgelegt, mit dem nicht viele mehr gerechnet hatten. Da war doch einige Zeit ins Land gegangen, um ihr gelungenes Debut „Cast In Iron“ von 2010 noch deutlicher zu untermauern. Das aus der Goslarer Traditionsschmiede dann so ein saustarkes neues Album das Jahresende von 2021 ausklingen ließ, das war doch final eine mehr als schöne Überraschung.

Dabei zelebrieren Iron Fate einen wunderbar klassischen Mix aus Energie geladenen Heavy Metal, der sich wunderbar mit erdigen Hard Rock paart, zweifellos beweisen die Herren dabei was sie für herausragende Songwriter sind, dies auf voller Distanz und mit ergreifender Überzeugung. Wer solch ein hochkarätiges Album in der Hinterhand hat muss um ein Interview nicht lange betteln. Drummer Kai Ludwig stand mir dabei redselig Antwort und natürlich kamen wir auch auf seine vorige Band Deny the Urge zu sprechen.

Gut ins das neue Jahr gestartet, wie hast du gefeiert? Mal zurückgeschaut auf 2021, ist es letztendlich alles so gelaufen wie ihr euch das ausgemalt hattet?

Beschaulich mit Frau und Kind. Man ist ja nicht mehr der Jüngste. Wir sind sehr zufrieden, wie wir alles über die Bühne bringen konnten. Der Endspurt bei einer Produktion ist immer besonders anstrengend mit Booklet, Videos, Kommunikation, etc. Das letztlich die Reaktionen so positiv ausfallen, haben wir allerdings nicht erwartet.

Auf dem nunmehr zweiten Album habt ihr mit Oliver von Daak einen neuen Gitarristen, und als brandneuer Schlagwerker agierst Du. Wie kam es dazu und wie habt Ihr beide Euch eingelebt?

Wir haben uns gut eingelebt, denke ich. Nach dem Debut „Cast In Iron“ dividierte sich das Lineup aufgrund unterschiedlicher Zukunftspläne schrittweise auseinander. So etwas ist eigentlich nicht ungewöhnlich, passiert aber meist vor den ersten Veröffentlichungen. Mittlerweile bilden Denis, Oliver und ich das „eiserne“ Triumvirat, das die Band vorantreibt.

Dich kannte man bis dato eher von den Death Metal Schergen Deny The Urge, ist Deine Herangehensweise und Stil anders als bei einem traditionellen Heavy Metal Drummer?

Och, ich bin da stilistisch sehr flexibel. Mit „Crimson Messiah“ gab es tatsächlich andere Herausforderungen als Drummer. Es kam hier insbesondere weniger auf Artistik, sondern mehr auf Groove und Klang an. Insbesondere richtiger Gesang braucht wesentlich mehr musikalische „Luft zum Atmen“. Lasse ich mehr „Raum“? Wo ist es zu viel des Guten? Klingt es natürlich? Die Death-Metal-Hörerschaft hat da eher diametrale Erwartungen an einen Drummer. Dennoch habe ich hier und da ein paar Reminiszenzen meiner Vergangenheit einfließen lassen.

Bei „Crossing Shores“ habt ihr mit Harry Conklin (Satans Host, Jag Panzer, Riot) zusammengearbeitet, war es ein langgehegter Wunsch von euch gewesen mal einen Song mit ihm zu machen?  

Das war insbesondere eine Herzensangelegenheit für Denis, der das Ganze eingefädelt hat. Dank Social-Media konnte er relativ leicht Kontakt herstellen bzw. diesen intensivieren. Der Songtext ist als Dialog angelegt, weshalb sich seine zweite Stimme mit anderer Charakteristik perfekt eignet. Harry Conklin ist einfach eine Legende. Vielen Dank noch einmal, Mr. Conklin, Sir!

Wie liefen die Aufnahmen zum Album mit Jost Schlüter im Pure Sonic? Wieviel Zeit nahm es in Anspruch? Inwiefern waren die Songs zuvor bereits fertig gestellt und wie seid ihr zufrieden damit?

Jost ist unser Haus-und-Hof-Tonmeister, ein fantastischer Tontechniker und Gitarrist und hat auch das Debut aufgenommen. Ich habe bereits bei Deny The Urge mit ihm zusammengearbeitet. Wir sind mit eigener Vorproduktion ins Studio gegangen, allerdings haben wir einige Songs später noch relativ stark umgestaltet. Die Aufnahmen liefen dabei etappenweise über mehrere Jahre, da immer wieder positive aber auch negative Dinge für Unterbrechungen sorgten. Es gab Nachwuchs, Krankheit, musikalische Sinnkrisen und gegen Ende dann noch die Pandemie. Einfach geht sicher anders aber wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat.

Die Stimmung im Pure Sonic scheint richtig gut gewesen zu sein, immerhin hat Jost auch Solis bei „Crimson Messiah“ und „Crossing Shores“ beigesteuert, war das von vornerein geplant oder eher spontan?

Na, er sollte da einfach auch instrumental noch seinen eigenen Stempel hinterlassen. Das war eigentlich eine eher nüchterne Aktion.

Auch Henrik Osterloh (Deny The Urge) hat sich bei „Strangers (in my mind)“ mit einem Solo verewigt, das unterstreicht sicher den guten Draht zu Ihnen, oder? Gibt es eventuell auch gemeinsame Pläne?

Nachdem ich Deny The Urge 2011 verlassen habe, haben Henrik und ich uns etwas aus den Augen verloren. Seit meinem Einstieg bei Iron Fate hat er zwischendurch ein paar Mal live an der Gitarre ausgeholfen. Er ist einfach ein begnadeter Gitarrist und Komponist, mit dem ich einen wesentlichen Teil meiner musikalischen Jugend verbracht habe. Da „Strangers“ sich noch nach einem kleinen Sahnehäubchen sehnte, kam mir die Idee. Gemeinsame Pläne gibt es allerdings nicht.


Mit „Lost Forever“ ist ein weiterer bockstarker Song auf dem Album, allerdings nur auf der Cd Version, waren nicht sonst immer Bonussongs auf limitierten Vinylausgaben? Was war die Idee dazu?

Diese Cover-Nummer ist witzigerweise auch auf meinem Mist gewachsen. Ich fand die „Eternal Idol“ von Black Sabbath immer saustark, weil sie so viele metallische Elemente hat, wie eben dieser Song, und konnte den Rest der Band damit anfixen. Unsere Hommage an Ray Gillen (R.I.P.), Tony Martin und natürlich Iommi und Co. Die Spielzeiten einer LP sind leider eingeschränkt. Wir bewegen uns mit unserer regulären Spielzeit schon am Limit. Da ein Doppelvinyl nicht realisiert werden konnte, war das der einzige Kompromiss. Bei solchen Themen hat das Label meist das letzte Wort.

Was würdest du sagen sind eure stärksten musikalischen Inputs? Von welchen Bands seid ihr am stärksten geprägt? Was bedeuten Euch Vorbilder?

Na sozialisiert sind wir alle mit Metalmusik. Das Feeling dafür steckt also allen in den Knochen. Allerdings färben mittlerweile wahrscheinlich eine Vielzahl Einflüsse direkt oder indirekt ab. Neben z.B. Crimson Glory oder alten Queensryche, Metal Church, etc., hat jeder noch seine individuellen Vorlieben. Denis schwärmt schwer für AOR, z.B. Journey oder Toto. Mein Herz schlägt ebenso für Funk und Fusion. Und und und. Vorbilder sind sicher wichtig aber man sollte sich irgendwann das Selbstvertrauen erarbeiten, seinen eigenen Weg zu gehen. Es kochen alle nur mit Wasser, manche allerdings mit verdammt heißem, haha.

Worin siehst Du die Unterschiede zwischen „Crimson Messiah“ und eurem damaligen Debut „Cast in Iron“? Und was sind die Parallelen?

Die Parallelen liegen in der stilistischen Grundausrichtung. Die Unterschiede klar hörbar im Niveau der Umsetzung. Bei einer Band in Entwicklung sollte man allerdings auch einen Fortschritt wahrnehmen können, insbesondere nach 11 Jahren. „Crimson Messiah“ ist insgesamt ausgereifter, vielleicht etwas weniger impulsiv aber dafür vielseitiger.

Trotzt der guten Kritiken zu „Cast in Iron“ im Jahr 2010, ließ euer zweites Album ziemlich lange auf sich warten und erschien nun erst mit „Crimson Messiah“. Was waren die Gründe der langen Pause?

Naja, erst mussten die Personalia geklärt und dann Material geschaffen werden. Zuzüglich der bereits erwähnten Zwangspausen im Produktionsprozess. Da sind schon mal ein paar Jahre ins Land gegangen. Beim nächsten Mal sind wir schneller oder bereits in Rente, haha.

Da wir zum baldigen Ende kommen, was waren deine 5 musikalischen Highlights in 2021 und wieso?

Ich habe kaum aktuelle Musik auf dem Schirm. Dafür entdecke ich immer noch zu viel in alten Scheiben. Aber Nestor „Kids In A Ghost Town“ ist schwer bei mir kleben geblieben gegen Ende des Jahres. Schweden können offenbar von Natur aus Ohrwürmer mit dreifachem Widerhaken.

Was sind eure Pläne für das neue Jahr?

Hoffentlich können wir das Album live promoten. Darüber hinaus freuen wir uns natürlich darauf, an neuem Material arbeiten zu können.

Habt vielen Dank für das Beantworten der Fragen, auf Bald und Metal Rules!

Vielen Dank für das Interview. Vielleicht sieht man sich ja live.


TIMO

Interviewpartner: Kai Ludwig


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