CD-Reviews A-D

AUTOPHAGY – Bacteriophage (2022)

(7.982) Patrick (8,5/10) Death Metal


Label: Pulverised Records
VÖ: 30.09.2022
Stil: Death Metal

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Die aus Portland, Oregon stammenden AUTOPHAGY waren mir bisher wirklich kein Begriff. Da sich aber die singapurische Qualitätsschmiede Pulverised Records der Band angenommen hat und nun deren Debütalbum „Bacteriophage“ über die Gammelfleischtheke wuchtet, musste ich doch mal ein Ohr riskieren.

Das Albumcover und insbesondere das relativ unleserliche Krikelkrakel Logo der Band deutet in vollem Umfang auf die alte, untergründige, äußerst räudige und unverwaschen reine Lehre des Death Metal hin und siehe da, welche Überraschung, genau das zelebrieren die Jungs mit bedingungsloser Hingabe und Passion. Viel mehr gäbe es für die geneigte Zielgruppe, bis auf die uneingeschränkte Kaufemfehlung, eigentlich gar nicht mehr zu sagen und prinzipiell könnte somit das Review an dieser Stelle mit den folgenden Worten bereits zum Schluss kommen: Death Metal…..nicht mehr und nicht weniger!

Ok, ganz so leicht will ich es mir dann doch nicht machen, denn trotz der klaren und schnell definierten Ausrichtung von „Bacteriophage“ bin ich von diesem Werk völlig angetan. AUTOPHAGY ist mit diesem Leichenschmaus für allerlei zersetzendes Getier, im positiven Sinne, ein dermaßen ekelerregendes und abscheulich vor sich dahinvegetierendes Album gelungen, dass der säuerlich süße Verwesungsgeruch und die obligatorischen, leichenzerfressenden Maden förmlich als permanenter Begleiter zum musikalischen Hörgenuss aus den heimischen Boxen zu wabern scheinen.

Dabei unterscheiden sich die einzelnen Songs in ihrer Machart gar nicht großartig voneinander und keiner der acht Sezierhymnen (plus Intro) hebt sich in irgendeiner Weise auf besondere Art hervor. Dennoch, oder gerade deshalb macht diese Scheibe in ihrer stumpfen und abstoßend ekelhaften Form geradezu höllisch viel Spaß. „Bacteriophage“ bietet schlicht und einfach extrem kurzweilige Unterhaltung, könnte für den Underground Death Metal Maniac sowas wie der heilige Gral darstellen und mal ganz ehrlich: Was will man denn auch mehr?

Runtergestimmte Gitarren, ein herrlich knarzender Bass, gnadenlos hämmernde Drums, welche im abwechslungsreichen Songwriting vor allem durch die vielen Tempowechsel glänzen und ein Mann am Mikro, der seine verrotteten Weisheiten direkt aus den tiefsten Abgründen der Grabesgruft zu gurgeln vermag, bestimmen den Sound von AUTOPHAGE und begeistern mich damit über die volle Albumlänge. Die teils mit heftigen Blastbeateruptionen ausgestatten Songs werden immer wieder und passend zur richtigen Zeit mit perfekt eingestreuten Ufta-Ufta Passagen aufgelockert. Des Weiteren gelingt es der Band, durch die Hinzunahme einiger zäh dahinkriechender Doom Elemente eine außerordentlich sinistre und bösartige Atmosphäre zu erschaffen und damit ist die Grundstimmung für ein derart ausgerichtetes Album, in ein nahezu perfektes Totengewand gekleidet.

Natürlich ist damit auch sofort klar, dass auf diesem Langeisen das Rad nicht neu erfunden wird und sicherlich ist die Band nicht darauf aus, den goldenen Innovationpokal in Musik abzugreifen, aber trotzdem klingt dieser faulig stinkende Bastard, im oftmals auf Hochglanz polierten Genre des Todesstahls einfach unheimlich erfrischend und lässt mich breit grinsend und glücklich im Obduktionssaal zurück.

Die Produktion von „Bacteriophage“ ist ebenfalls ein wahrer Glücksgriff, denn die Platte klingt so unheimlich fett, druckvoll, warm und räudig, ohne sich dabei den moderneren und oftmals Identitätslosen Soundstandards in irgendeiner Art und Weise anzubiedern und wächst so zu einem Album, welches zwar keinen alleinstehenden Megahit vorweisen kann, sich aber in seiner Gesamtheit so derart knochentrocken und abartig modrig verfaulend durch die Boxen hämmert, dass es eine wahre Freude ist. AUTOPHAGY bieten dem geneigten Hörer mit ihrem Debütalbum auf knapp 35 Minuten, die schnörkellose, ungeschönte und abartig dahinsiechende Grundessenz des Death Metal. Starkes Teil.

Anspieltipps: „Abhorrent Abomination“ und „Return To Charnal Hall“


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Infernal Miasma (Intro)
02. Abhorrent Abomination
03. Sacrificial Spawn
04. Between The Moss, Between The Roots
05. Bacteriophage
06. Eviscerated Remains
07. Return To Charnal Hall
08. Becoming
09. Dawn Of The Endless Plague



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