EINE UNGLAUBLICHE REISE



Über Raising Legends Records erschien 2017 der zweite Longplayer „The Awakening“, der hoffnungsvollen Prog Thrasher Wrath Sins. Mittlerweile steht mit „Kalopsia“ bereits das neue Album in den Startlöchern. Deutlich melodischer und dynamischer darf man Wrath Sins 2021 erwarten. Die Thrasher aus Porto legen auch weiterhin viel Wert auf Eigenständigkeit und verbinden dies mit einem hohen Anspruch an ihre musikalische Leidenschaft. Somit war es höchste Zeit mal ein paar Fragen nach Porto zu senden, den die Band in eifriger Zusammenarbeit gemeinsam beantwortet hat. Viel Spaß damit.

Bitte stellt Euch kurz vor. Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und was für Musik kann man erwarten, wenn man Eure Platte kauft?

Wir grüßen Euch. Wir sind Wrath Sins aus Portugal und machen progressiven Thrash Metal. Wir gehen die Dinge gerne eine wenig anders an und legen Wert auf Eigenständigkeit. Unsere Band existiert bereits seit 2011, und wir haben 2017 unser zweites Album „The Awakening“ veröffentlicht.

Wie seid Ihr auf Euren Bandnamen gekommen?

Ich hatte das Buch „Divine Comedy“, genauer gesagt „Dantes Inferno“, von Dante Aligheri gelesen. Ich war davon förmlich so ergriffen und begeistert, von den Reisen durch die Hölle, dem Fegefeuer und das Paradies, den Visionen aus dem Jenseits und die Auswirkungen der Sünde und Aufruhr, dass ich jegliche Filme und Fensehsendungen dazu verschlungen habe. Das führte dazu das sich daraus eine völlig neue Perspektive bildete, die Dinge um mich herum zu betrachten und zu beobachten, Kunst im Allgemeinen wahrzunehmen. Danach war es quasi unumgänglich unsere Band so zu nennen.

Wer sind Eure Vorbilder?

Mike:
Sehr viele Musiker haben mich in meiner Jugend begeistert, am meisten jedoch James Hetfield (Metallica). Er hatte wahrlich einen großen Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. Als ich jung war wollte ich auch so aggressiv spielen und singen. Aber mein größter Einfluss ist wohl Josh Middleton von Sylosis und Architects, er ist für mich eines der größten und erstaunlichsten Komponisten und Gitarristen der Gegenwart. Und so ist er sicherlich eines meiner absoluten Vorbilder.

Nora: Für mich ist Mike Patton der Musiker, der mich am stärksten beeinflusst hat. Ich find er ist einzigartig talentiert, ich bin begeistert, wie vielseitig er als Künstler ist. Auch wenn man es bei meiner Spielweise nicht unbedingt sofort heraushört, ist diese musikalische Seite ein präsenter Teil von mir.

Gaspar: Bei unserem neuen Album haben mich am stärksten Mario Duplantier von Gojira geprägt. Aber auch Betto Cardoso der Band Project 46. Weiterhin ist sicher Chris Adler von ehemals Lamb Of God, Ali Richardson von BFW und Sylosis auch ein großer Einfluss, um einige zu nennen.

Coutinho: Zu Beginn als in anfing Musik zu machen, hatte ich endlos viele Vorbilder, mittlerweile möchte ich sagen, ist es eher eine Verschmelzung von sehr vielen verschiedenen Einflüssen, der verschiedensten Musiker. Wenn ich aber einen einzigen nennen müsste, der mich beständig begleitet, dann wäre dies wohl Marty Friedman von Megadeth.

Erzählt mal bitte ein wenig von Eurer neuen Platte und warum muss man diese unbedingt kaufen?

Mike: Unser letztes Album ist bereits von 2017. Nun darf man den Nachfolger erwarten, der demnächst erscheint. Daher ist die gestellte Frage einfach perfekt für unseren neuen Drummer Gaspar, der seit 2019 an Bord ist. Er hat viel neue Energie in unsere Band gebracht und auch unser Songwriting sehr geprägt. Wir hätten nie gedacht das wir uns so entwickeln könnten.

Bei allem, was auf der Welt passiert ist (Covid usw.), haben wir viel länger gebraucht als wir dachten. Dadurch haben wir aber noch deutlicher an den Songs gefeilt, alles klingt perfekter und homogener. Ich kann sagen wir haben deutlich unsere eigenen Erwartungen übertroffen.

Es ist wie eine unglaubliche Reise. Wir sind so stolz auf dieses Album und sind sehr gespannt, wie es weitergehen wird, denn ich kann überzeugt sagen, dass es unsere stärkste Veröffentlichung ist. Dabei sind wir einen Schritt weiter gegangen als mit „The Awakening“. Denn sie ist durchaus deutlich aggressiver und sicher auch noch technischer. Dabei kommen auch melodische Momente nicht zu kurz, gerade letzteres haben wir auf dem Album noch stärker in den Fokus gerückt, vielleicht haben wir es sogar ein wenig übertrieben. Wir haben eine Menge der verschiedensten Dinge darauf ausprobiert. Sie ist ein deutliches Stück progressiver geworden als unsere vorherigen Arbeiten.

Gaspar:Wrath Sins klingen frischer und unverbrauchter. Der Sound ist deutlich drückender, gleichzeitig sind wir noch melodischer geworden. Aber auch dynamischer, grooviger als unser vorheriges Material. Ich schätze es, wenn eine Band in der Lage ist, sich selbst und ihren Sound neu zu erfinden, ohne jedoch die Authentizität zu verlieren, die sie zu dem macht, was sie ist. Ich bin wirklich froh, dass ich ein Teil von Wrath Sins sein darf und mich an der neuen Scheibe beteiligen konnte. Ich bin selbst ja erst 2019 zu Wrath Sins hinzugestoßen, sozusagen als Fan der vorherigen Alben. Dazu würde ich sagen, dass es die perfekte Fortsetzung zu „The Awakening“ werden wird. Lasst euch überraschen.

Wie entstehen eure Songs? Auf was legt ihr dabei besonderen Wert?

Am häufigsten schreibe ich die Songs allein zu Hause, hier kommt meine Kreativität am meisten zum Tragen. Wenn wir von einer guten Songstruktur überzeugt sind, setzen wir uns im Proberaum zusammen und es gibt jeder seine persönliche Meinung dazu ab, je nachdem tüfteln wir dann gemeinsam an den Songs herum. Wir haben den Anspruch einen starken Song zu machen, der eingängig ist, der sich in den Gehörgängen einnistet. Die Melodie und das Riffing soll einen beschäftigen, nicht mehr loslassen. Trotzdem setzen wir auch stark auf ein einen technischen Songaufbau, das ist unsere progressive Seite. Ich favourisiere Musik, die einen mitnimmt, aber auch beschäftigt und nicht mehr loslässt, zweifelsohne darf dabei auch ein starkes „Hook“ nicht fehlen. 

Ich denke wir haben eine wirklich ausgereifte Art, diese Dinge so zu sehen. Wir haben schon eine deutliche Entwicklung dabei genommen. Als wir am Anfang standen wollten wir einfach nur den aggressivsten, technischsten und wildesten Song machen, aber am Ende, das ist unsere Sicht, denken wir muss ein Song einfach mal hängen bleiben, er muss begeistern und auch nicht mehr loslassen. In der Folge haben wir dann immer weiter versucht die Dinge zu optimieren, zu verbessern und die verschiedenen Trademarks unseres Sounds in ein optimales und überzeugendes Gleichgewicht zu bringen.


Wo war bislang Euer bester Auftritt und wo würdet Ihr gerne mal spielen? Gibt es eine besondere Location oder ein bestimmtes Festival?

Wir sind schon sehr froh bereits auf vielen verschiedenen Orten aufgetreten zu sein, die uns sehr glücklich gemacht haben. Zwei Festivalshows sind uns dabei in besonderer Erinnerung geblieben, das Vimaranes Festival (Guimaraes) und das Hell In Sintra. Die unglaublichen Menschenmengen dort waren für uns kaum vorstellbar. Die intensive Energie rund um diese Auftritte war einfach großartig. Und natürlich war die Releaseshow für unser Debutalbum damals auch ein ganz besonderer Moment. Der uns bis heute bewegt. Volles Haus, viele Freunde und auch unsere Familien waren dabei, um mit uns zu feiern. 

Nora: Natürlich war das Hell In Sintra Fest unglaublich. Mike war ziemlich angefressen, dass die Menge uns am Anfang nur anstarrte, zumal das auch bei unseren Vorbands so war. Dabei ging es wohl um die portugiesische Rivalität zwischen Porto und Lissabon. Aber dann ging die Post ab. Es gibt so viele Orte, an denen wir auf jeden Fall noch spielen wollen, im Moment wollen wir erstmal unser neues Album veröffentlichen, und richtig durchstarten. Wir hoffen wir können dann auch recht bald nach Deutschalnd für einige Shows kommen. Das wäre großartig.

Bevorzugt Ihr kleine Club Konzerte oder doch lieber Festivals?

Coutinho:
Aus momentaner Sicht wäre ich schon zufrieden einen Gig in unserer Garage vor meinen Eltern abzuhalten. Auf Festivals fühle ich mich wie eine kleine Ameise im Mikrokosmos der Metalszene, ein Teil davon. Das finde ich schon großartig. Kleine Klubs geben dir jedoch die Möglichkeit näher an der Basis zu sein, mit den Leuten zu reden, sich in seinen Gedanken auszutauschen. Es sind zwei völlig verschiedene Dinge, und ich kann mich wirklich nicht entscheiden.

Nora: Kleine Klubs sind für mich das Größte, ich mag die intensive Atmosphäre dort. Mit den Leuten im direkten Kontakt zu stehen, wenn die Leute zu uns auf die Bühne geklettert kommen, um mit uns Luftgitarre zu spielen. Es ist immer ein besonderer Moment dieses zu erleben.

Gaspar: Ganz klar beides, ich mag die unterschiedlichen Stimmungen dabei. Du kannst mit den verschiedensten Leuten zusammen sein, angefangen bei den Mitgliedern anderer Bands, bis zu den Leuten, die nur gekommen sind um unsere Musik live zu hören. Auf Festivals sind die Bühnen meistens besonders groß, daraus schöpfe ich als Musiker eine besondere Energie. Aber dagegen können auch kleine Klubs einfach ziemlich verrückt sein, mit der tobenden Menge dicht an dicht zu sein, mit der ausrastenden Menge eine Menge Spaß zu haben. Ich erinnere mich gut an einen Typen, der auf mein Kit kletterte, dort runter zu springen, um dann wieder aus dem Moshpit aufzustehen. Bei demselben Auftritt wurde ich von Noras Dreadlocks ins Auge getroffen, der komplette Wahnsinn. Was für ein Auftritt, ich werde es nicht vergessen. Diese Art von Erlebnissen hast du nur wenn der Auftrittsort kleiner ist als dein Wohnzimmer, haha!


Mit welchen 3 Bands würdet Ihr gerne mal auf Tour gehen oder zusammen spielen und warum?

Mike: Also mit dem Jungs von Sylosis auf Tour zu gehen wäre schon der Knaller, die ich musikalisch wie schon erwähnt wirklich sehr schätze. Ein Traum wäre es natürlich mal mit Metallica, Trivium oder Bleed From Within unterwegs zu sein.

Nora: Mit Dog Fashion Disco und natürlich mit Mr.Bungle wäre es schon genial die Bühne zu teilen, natürlich allein schon wegen Mike Patton.

Couthinho: Auf jeden Fall fände ich eine Tour mit Mastodon oder Megadeth einfach riesig.

Gaspar: Ich würde Gojira, Slipknot dafür favorisieren und natürlich Sylosis, allein um Mike eine Freude zu machen.


Wie sieht es mit der Metal Szene in Eurer Heimat aus? Was für Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Mike:
Es gibt wirklich jede Menge tolle Bands hier, absolut. Wir haben eine sehr lebendige Metalszene hier, aber leider nicht so viele Klubs, zu nennen wäre dabei aber auf jeden Fall den Metalpoint und den Hard-Club (Porto). Im ganzen Land gerechnet ist die Anzahl nicht so hoch, vielleicht 15 an der Zahl.

Nora: Es gibt eine Menge guter Bands hier wie RAMP, Sinistro, W.ak.o., Sullen, Gaerea. Aber ich kann Mike da auch sehr beipflichten, wie leben in einem wirklich sehr kleinen Land. Da ist es nicht immer leicht mit seiner Band schnell voran zu kommen, und bekannter zu werden.

Bandcamp Album:

Was halten Eure Eltern von Eurer Band und der Musik?

Mike:
Ich denke schon, dass sie auf ihre Weise sehr stolz auf uns sind, im Hinblick was wir bei Wrath Sins machen. Sie waren bei unseren beiden Releaseshows, das war für mich schon etwas sehr Besonderes. Obwohl sie unsere Art von Musik nicht so sehr mögen. Besonders mein Vater, er flüchtete direkt während der Show an die Bar, um dort fernzusehen. Er hatte den Lärm einfach nicht ausgehalten. Danach erzählte er mir, dass er stolz ist und auch wirklich überrascht war, wie ein schüchternes Kind wie ich es war, solch eine wilde Musik machen kann. Das fand ich schon sehr überraschend und auch lustig.

Coutinho: Am Anfang dachten meine Eltern, also sie waren überzeugt davon, dass alles nur ein Haufen Lärm ist. Trotzdem kamen sie zu den Auftritten und mein Vater machte jeden Menge Fotos. Um ehrlich zu sein bedeutete mir ihre Anwesenheit alles.

Was bevorzugt ihr zu trinken? Bier oder eher Whiskey? Welche Sorte und warum?

Mike:
Wir sind zwar eine typische Metalband, aber Alkohol mögen wir nicht so sehr. Aber wir trinken sehr gerne Cola, nur hin und wieder genehmigen wir uns mal ein Bier.

Coutinho: Ich als Fahrer für die Band muss sowieso die meiste Zeit nüchtern bleiben, an die legendären Mengen, die in manchen Power Metal Songs besungen werden, daran kann ich mich keineswegs messen. Das bedeutet in meinem Fall, ein Bier pro Auftritt, ansonsten bleibt mir dann eigentlich nur Orangensaft zu trinken. 

Nach der Veröffentlichung eures neuen Albums, was sind eure Pläne?

Mike:
Man kann es derzeit wirklich schwer sagen, wie es weiter geht, aufgrund der momentanen Situation. Was wir allerdings genau wissen, unser neues Album ist fast fertig und wir hoffen es bald zu veröffentlichen. Es wäre einfach genial es bald auch live zu präsentieren, unsere Vorfreude darauf ist einfach riesig. Wir möchten es zusammen mit unseren Fans abfeiern und einfach zusammen Spaß haben, uns fehlt die gemeinsame Zeit auf den Livegigs. Es ist immer weniger erträglich nur im Studio und im Proberaum zu sein, denn wir sind eine Liveband und wollen unsere Musik natürlich auch so ausleben. Mit allem was gerade auf der Welt passiert, kann man es wirklich nur sehr schwer sagen, wie es weitergeht.

Hoffentlich beschert uns dieses Jahr eine bessere Zeit und wir alle können unsere geliebte Freiheit wieder genießen. Und dann kann „Kalopsia“ das Licht der Welt erblicken, darauf freuen wir uns sehr und hoffen das es bald soweit ist.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar abschließende Worte an unsere Leser richten.

Gaspar:
Wir danken euch sehr für die Unterstützung und das Interview. Es freut uns auch über die Grenzen Portugals wahrgenommen zu werden, das stärkt unsere Motivation auch weiterhin hart an unserer Musik zu arbeiten. Wir sind gespannt auf die Reaktionen zu unserem kommenden Album.

Mike: Von mir auch nochmals vielen Dank, dass wir die Möglichkeit bekommen haben uns hier vorzustellen, vielleicht bald wieder mit unserem neuen Album. Es tut gut zu wissen das bei euch auch unbekannten Bands eine Plattform gegeben wird, um uns euren Lesern vorzustellen. Also bis Bald, darauf könnt ihr wetten.


Interviewpartner:
Mike Silva (Gesang/Gitarre)
Rui Coutinho (Gitarre)
Ricardo Nora (Gesang/Bass)
Gaspar Ribeiro (Drums)


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