TAG 2

TAG 1      TAG 3
Was macht man, wenn man morgens um halb sieben bereits wach wird und noch nicht einmal die Nachwirkungen des ersten, biergeschwängerten Tages fühlt? Man geht eine halbe Stunde vor der normalen Zeit frühstücken und wandert danach gemütlich zum Marktkauf, um sich dort Nadel und Faden zu organisieren, um seine am Vortag käuflich erworbenen Patches zeitnah auf die Kutte zu nageln. War für mich auch ne Premiere! Marcus sammelte mich dann gegen halb 12 ein und Tag 2 konnte beginnen…und wie!!!
DESERTED FEAR
…denn das Thüringer Abrisskommando von Deserted Fear stand auf der Bühne und die Leute rastetetn komplett aus! Kein Wunder, ist der Vierer doch schon lange kein Geheimtip mehr und kann auf zwei überragende Releases zurückgreifen. Ich fand den Sound direkt vor der Bühne allerdings ein klein wenig zu dünn, was der Stimmung (auch bei mir) aber dennoch keinen Abbruch tat. Da wurde gepost, gerifft und einfach nur gute Stimmung verbreitet. Gute Stimmung bei Death Metal? Klar, geht hervorragend, denn das Stageacting der Jungs wird immer besser, sicherer und macht einfach nur Laune ohne Ende. Klar, dass da solche Abrissbirnen wie „Kingdom of worms“, „Mortal reign“ oder das von mir heiß und innig geliebte „Field of death“ ihr Übriges dazu beitrugen, Deserted Fear schon jetzt zu einem Gewinner des gesamten Wochenendes zu machen, denn überall wurde später noch darüber diskutiert, wie sensationell dieser Auftritt war.

Intro
Forging delusions
The battalion of insanities
Kingdom of worms
Nocturnal frags
Wrath on your wound
Field of death
Mortal reign
Bury your dead
MOTORJESUS
Gladbach spielt in der kommenden Saison Champions League und wenn die ebenfalls dort beheimateten Jungs so weitermachen, werden sie ebenfalls dieses Ziel bald erreichen. Bei strahlendem Sonnenschein brieten die Jungs ein fettes und amtliches Rock’n’Roll Steak und schafften es, die vorher von der Death Metal Harke niedergemähten Leute locker einzufangen. Dafür sorgten ebenfalls die von Sänger Chris ins Publikum beförderten Schokis, um den Zuckerhaushalt auszugleichen. Das Stageacting war, wie man es von solch einer Formation erwarten kann, großartig und die Songs ebenso. Für die herrlichen Witterungsbedingungen der beste Soundtrack, um diverse gerstenhaltige Erfrischungsgetränke zu konsumieren und Motorjesus komplett abzufeiern. Die in den letzten Song „A new war“ eingebauten Kiss, Judas Priest und AC/DC-Cover (Rock and roll all nite, Living after midnight und You shook me all night long) ließen das Stimmungsbarometer noch einmal bis zum Anschlag auspendeln und machten diesen Auftritt somit zu einem meiner persönlichen Faves.

Motor discipline
Trouble in Motor City
Speed of the beast
Fuel the warmachine
Fist of the dragon
King of the dead end road
Return of the demons
A new war
VOIVOD
Ich musste lange, gaaanz lange überlegen, wann ich die Kanadier letztmalig live gesehen und von daher freute ich mich diebisch auf Snake und Co, die allerdings mit ihrer Peformance das Publikum ein klein wenig spaltete. Klar, denn Voivod sind absolut keine leichte Kost…und das ist es ja gerade, was die Band ausmachte und immer noch ausmacht. Snake fegte über die Bühne, Away gab perfekt den Takt vor, Chewy huldigte mit seinen Riffs den leider viel zu früh von uns gegangenen Piggy und Neuzugang Rocky am Viersaiter ließ das Gründungsmitglied Blacky fast vergessen. Die Setlist war ein Schmankerl und bot einen mehr als repräsentativen Querschnitt durch die Schaffensphase Voivods. Meine Highlights waren ganz klar „We are connected“, „The unknown knows“ und natürlich das überragende „Ripping headaches“ von legendären 86er Scheibchen „Rrröööaaarrr“. Für alle Altvorderen ein Highlight, doch die Begeisterung wurde (leider) nicht von allen geteilt…Bei ihrem Gig in Berlin den Montag darauf konnten die Jungs diesen fantastischen Gig noch einmal toppen. Klasse!

Kluskap O’Kom
Tribal convictions
Ripping headaches
The unknown knows
Order oft he blackguards
The prow
Overreaction
We are connected
Voivod
AVATARIUM
Nun kam die Band, auf die ich mich im Vorfeld am meisten gefreut hatte, denn die Schweden begeistern mich seit ihrem ersten Auftreten auf der Bildfläche mit fantastischen Songs, einer textlichen Tiefe und einfach nur fantastischen Songs, was sie beim Opener „Moonhorse“ auch sofort unter Beweis stellten. Gänsehaut pur und eine fantastische Jennie-Ann Smith, die nicht nur gesanglich, sondern auch an der Akustik Gitarre ihr Können unter Beweis stellte. Unfassbar sympathisch und musikalisch einfach gigantisch…nur schade, dass Keyboarder Carl Westholm sein auf der Bühne befindliche Theramin nicht spielte und Bassist Leif Edling nicht mit von der Partie war. Doch das sind nur klitzkleine Randnotizen zu einem Auftritt, der sich für lange Zeit in mein Gedächtnis gebrannt hat. Selbst das von mir nicht gerade abgefeierte „All I want“ kam live um Längen besser, als auf der gleichnamigen EP und somit stellte ich mich an diesem Wochenende ein einziges Mal am Autogram Stand an, um mir ein paar Schriftzühe abzuholen und danach mit dieser unfassbar freundlichen Band noch ein paar Takte zu plauschen. Das war episch!!!!

Moonhorse
Bird of prey
All I want
Deep well
Pandora’s egg
Avatarium

KATAKLYSM
Auf die “Northern hyperblast” war ich sehr gespannt, denn manchmal reißen sie mich vom Hocker oder zu exorbitanten Gähnattacken hin, doch heute war Ersteres der Fall. Der Sound war fett wie Omas Hühnersuppe, die Band tight wie Sau und es wurde ein feines Potpourri aus der bisherigen Schaffensphase dargeboten. Mit „Thy serpents tongue“ gab es sogar schon einen musikalischen Ausblick auf das am 31.07. erscheinende neue Album „Of ghosts and gods“ und die mittlerweile bedrohlich angewachsene Fanschar vor der Bühne feierte Maurizio und seine Kohoirte nach Strich und Faden ab. Die bedankten sich artig mit einem megageilen Gig, den ich so nicht erwartet hatte. Freu mich schon, die Jungs bald wieder in den hiesigen Clubs begrüßen zu dürfen.

To reign again
If I was god…I’d burn it all
As I slither
At the edge of the world
Push the venom
Like animals
Thy serpents tongue
Taking the world by storm
Let them burn
In shadows & dust
Crippled & broken
SANCTUARY
Wie tags zuvor bei Bobby Liebling ist auch das ehemalige Goldkelchen Warrel Dane immer für eine Überraschung gut. Ich habe den blondgelockten Sanges-Siegfried schon in absoluter Höchstform erleben dürfen, wie auch vollkommen dicht, so dass das akustische Hörvergnügen mächtig geschmälert wurde. An diesem Tag allerdings präsentierte er sich zusammen mit Sanctuary in guter Form und untermalt von einem, für meine Ohren etwas zu lauten Sound von unserer Berliner Lautmacher-Ikone Jacky Lehmann, wechselten sich Klassiker der Marke „Future tense“ und „Battle angels“ (affengeil!!!) mit neuem Material wie „Let the serpent follow me“ ab. Musikalisch waren die Jungs in Höchstform, doch wenn’s mal etwas höher wurde merkte man schon, dass der unstetige Lebenswandel bei Master Dane zu erheblichen gesanglichen Einbußen geführt hat. Dennoch bleibt unterm Strich ein guter Auftritt, der dementsprechend mit viel Beifall bedacht wurde.

Arise and purify
Let the serpent follow me
Seasons of destruction
Die for my sins
Battle angels
Exitium (Anthem of the living)
Question existence fading
Frozen
The year the sun died
Future tense
Taste revenge

DORO
Nunja…im Vorfeld schon fest als Essenspause eingeplant dachte ich mir dennoch, der deutschen Metalquueen einfach mal ne Chance zu geben…und ich wurde nicht enttäuscht…im Gegenteil! Ein fetter oldschool Set wurde angekündigt und es wurde einer, denn lediglich ein Song überschritt das Jahr 1987 und DAS war tatsächlich eine ganz fette Angelegenheit. Doro ballerte einen grandiosen Gassenhauer nach dem anderen in das nun komplett ausufernde Rund und begeisterte auf ganzer Linie. Die Band war megastark, der Sound fantastisch und die Feuersäulen und sonstigen bühnentechnischen Schnickschnacks hätte man aufgrund dieser bärenstarken Performance ganz weglassen können. Ok, das sie unbedingt „Für immer“ spielen musste verzeihe ich der agilen Düsseldorferin mal und zwar schon deshalb, weil sie sich quasi dafür in der Ansage etwas entschuldigte. Akzeptiert Frau Pesch und wenn Sie irgendwann noch einmal so einen Gig planen sollten, ich bin dabei! Für mich DIE größte Überraschung an diesem Wochenende…

Touch of evil
I rule the ruins
Burning the witches
Metal racer
True as steel
Hellbound
East meets west
Evil
Für immer
Revenge
Breaking the law
All we are
Out of control
Earthshaker rock

KREATOR
In den letzten Jahren fand ich das Auftreten der Altenessener Ur-Thrasher etwas inflationär, denn überall wo man sich aufhielt spielten Kreator und zuweilen hielt dann bei mir die Langeweile Einzug…doch nicht heute! Wie alle Bands am heutigen Tag mit einem megafetten Sound ausgestattet, startete Mille mit seinen Mannen einen absoluten Vernichtungsfeldzug und bretterte, unterstützt von etwas deplatzierten Konfettikanonen, sogleich mit „Enemy of god“ voll los. Ja, heute packten mich die Jungs komplett, denn konträr zu früheren Auftritten interagierte Mille diesmal mit dem Publikum und verzichtete weitgehend auf seine ansonsten recht plakativen Ansagen, was dem rundum positiven Eindruck dieses Gigs noch das Krönchen aufsetzte. Die Setlist war ebenfalls ein richtiges Leckerli und sogar mit einer faustdicken Überraschung gespickt, denn heute gab es kein „Tormentor“, sondern „Betrayer“ als Rausschmeißer, was ich als äußerst erfrischend empfand. Ventor schwitzte sich erneut die Seele aus dem Leib und war tight wie seit langem nicht mehr, Mille hatte sichtlich Spaß (was auch nicht immer gegeben war), Christian bangte sich die Seele aus dem Leib und schliff ein ums andere Mal seinen Bass über den Bühnenboden und selbst der sonst etwas reservierte Sami konnte sich aufgrund der begeisterten Massen ein Lächeln nicht verkneifen. Wenn meine Liebe zu Kreator vorher etwas erkaltet war, so flammte sie nach diesem famosen Auftritt lichterloh wieder auf. Ein Paukenschlag zum Ende des zweiten Tages…

Choir of the damned
Enemy of god
Terrible certainty
Phobia
Awakening of the gods
Endless pain
Warcurse
Mars mantra
Phantom antichrist
From flood into fire
Extreme aggression
Suicide terrorist
Black sunrise
Hordes of chaos
Renewal
Civilization collapse
The patriarch
Violent revolution
Pleasure to kill
United in hate
Flag of hate
Betrayer

Ziemlich platt ging es danach zurück ins Hotel, natürlich erneut mit einigen neuen Patches ausgestattet, die ich aufgrund innerer Aufgewühltheit, die diesem grandiosen 2.Tag geschuldet war, gleich auf meine Kutte nähte. Ein bis zwei Bierchen fanden auch noch den Weg in die Magengrube, so dass ich mich irgendwann dann selig grinsend (mit einer dicken Blase am Finger) in Morpheus Arme begab.

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