STELLDICHEIN UNTER DEN EICHEN

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Was wäre ein Festivalsommer ohne einen Abstecher nach Bertingen zum RUDE, welches nunmehr seit 3 Jahren einen festen Platz in der alljährlichen Planung meiner musikalischen Rundreise einnimmt. Da traf es sich mehr als gut, dass ich von meiner Reise zum Headache Inside das Auto noch gar nicht entladen hatte und lediglich die Bierreserven nachfüllen musste, was durchaus zur Entspannung beitrug. Leider musste ich vormittags noch arbeiten, so dass ich mich erst gegen halb 12 auf die Bahn schwingen konnte, die trotz Ferienbeginn und unzähligen Baustellen relativ gut befahrbar war und ich somit das Areal zwischen Stendal und Magdeburg mehr als pünktlich erreichte. Das erste Mehrschaumsüppchen wurde verhaftet, Freunde begrüßt und ganz nebenbei beschädigte ich mir die Frontschürze meine Autos als ich versuchte, meinen fahrbaren Untersatz auf einer Anhöhe zu parken und sich zwischen Wunsch und Umsetzung ein etwas höherer Betonsockel befand. Doch wozu hat man Gaffa Tape?

Bei meiner ersten Begehung stellte ich verzückt fest, dass sich trotz eines recht frühen Beginn um zehn vor eins schon eine ganze Menge an Leuten auf dem wunderschönen Gelände tummelten und somit der Gig des Opener Torturebitch nicht zu einer Privatveranstaltung mutierte, wie es leider häufig bei der ersten Band der Fall ist. Die Jungs machten jedenfalls mit ihrem selbsternannten True Vollsuff Thrash Punk auf der kleinen Bühne ordentlich Späne und konnten musikalisch mehr als überzeugen. Selbst unser neuer Schweriner Kollege Robsess zollte dem Vierer mit einer wild rotierenden Mähne Respekt und sackte kurz darauf eine CD der Bande ein, die wir demnächst selbstverständlich auf Herz und Nieren überprüfen werden. Ein mehr als ordentlicher Beginn.

Als erste Truppe auf der Hauptbühne sollten nun Hydrophobic die Messe lesen und obwohl ich die Truppe bislang nicht auf dem Schirm hatte stellte ich nach kurzweiligen 30 Minuten voller Verzückung fest, dass die echt was können und ne Menge auf dem Kasten haben. Egal ob rasend schnell und in kurzen Midtempo Momenten, das ballerte mehr als amtlich und unterstützt von einem grandiosen Sound gab es ordentlich was in die Fresse. Muss ich unbedingt auf dem Schirm behalten…genauso wie die darauffolgenden Obsolete Incarnation, die ich zwar namentlich kannte, live jedoch noch nicht zu Gesicht bekam. Musikalisch nicht ganz so abwechslungsreich wie ihre Vorgänger, wurde den Leuten vor der Bühne dennoch vorschriftsmäßig ein Scheitel gezogen und begeisterten mich so, dass ich mir im Anschluss eine farblich bedruckte Obertrikotage der Bande zulegen musste. Für einen Zehner eigentlich ein Muss und ein Vorbild für Bands wie Suicidal Angels und vor allem Dark Funeral, die für ihre Lappen 20, bzw. 25 Euro aufriefen. Mehr als ärgerlich und soweit ich es mitbekam nahm auch kaum jemand dieses „Angebot“ wahr. Zu Recht. Ich jedenfalls erholte mich nach diesem herrlich infernalischen Geballer mit einem Schnäppschen bei meinen Freunden von GUC, die einmal mehr mit einem prall gefüllten Warensortiment jeden Kaufwütigen glücklich zu machen versuchten. Klappte ziemlich gut.

Ich freute mich im Vorfeld mächtig auf die nun folgenden Embedded, die ich bereits auf Polycarbonat ziemlich ansprechend fand, doch on stage noch nicht erleben durfte, was natürlich nun endlich nachgeholt wurde. Mächtig bratzig schredderten sich die Nordlichter durch einen großartigen Gig, der mit einer tollen Performance noch untermalt wurde. Die gesamte Band war in Bewegung, es flogen die Haare (soweit vorhanden) und soundtechnisch gab es erneut keinerlei Grund zur Klage. So hat Death Metal heutzutage zu klingen und scheinbar schienen die Jungs auch bei vielen anderen Anklang zu finden, denn vor der Bühne tummelte sich eine recht beachtliche Anzahl Leute, die im Takt des hier gerade Erlebten in unterschiedlicher Manier steil gingen. Grandioser Auftritt!
Es ist eine Schande, dass sich einer der talentiertesten Death Metal Bands in unseren Breitengraden in Wohlgefallen auflösen wird. Dennoch bleibt festzustellen, das Rogash ein großes Vermächtnis mit zwei grandiosen Alben hinterlassen und auch noch alle avisierten Gigs spielen werden, bis es dann zum finalen Rettungsschuss in der thüringischen Heimat kommen wird, bei dem wir selbstverständlich noch einmal unseren Respekt zollen werden. Nun also auf den Brettern von Bertingen und diesmal im Gegensatz zum letzten Gig in Wriezen in voller Besetzung, was man dem Sound auch sofort anmerkte. Erik als Frontmann zieht mit seiner Performance die Blicke auf sich und auch der Rest der Bande wirkte mehr als motiviert, während sie ihre Nackenbrecher ins Publikum schleuderten. Klar, dass man sich dann im Anschluss noch feinste Obertrikotage für das daheim gebliebene Weib sichern musste, welches sich allerdings aufgrund des doch etwas üppigeren Brustumfanges als zu klein herausstellte. Auf die Frage, ob vielleicht noch eine Widmung drauf sollte, antwortete ich (eloquent wie immer): "Ja, für eBay"....
Eine der umtriebigsten Bands heuer sind definitiv die Ruhrpott-Kanonen von Sabiendas, die trotz vermehrten Auftretens bei jedem noch so kleinen Event immer volle Power gehen und noch nie einen auch nur annähernd schlechten Gig hingelegt haben. Natürlich auch heute nicht. Es macht einfach einen unbändigen Spaß, den legitimen Erben Morbid Angels bei der Verrichtung ihres Tagwerks auf die Finger zu schauen und so langsam wird man auch textsicher mit der Zeit. Frontmann Jan zuzuschauen macht einfach Lust auf mehr, Alex ist als Mistress of Hell natürlich ein Blickfang, die sich kongenial mit Ersatzgitarrist Jens (Christian war leider verhindert, merkte man aber nicht) ein Wettrennen um das geilste Riff liefert. Natürlich pumpt die Rhythmus Sektion um FT und Ausnahmedrummer Tony reichlich Blei in die verkrusteten Ohren der Anwesenden und zack die Bohne: Fertig ist das mehr als appetitliche Todesbleisüppchen, welches man besser heiß genießen sollte.  
"Necrobreed" ist seit Erscheinen in diesem Jahr ein häufiger Gast in meiner Playlist und ich freute mich bereits Wochen vorher auf meine erste livehaftige Begegnung mit dem Französischen Abrisskommando Benighted, die vom ersten bis zum letzten Ton Kniegas gaben und nichts als verbrannte Ohrhärchen zurückließen. Die Bande um Ausnahmeposer Julien Truchan zerschredderte das Eichenwäldchen fachmännisch und konnte sich nach diesem unfassbaren Mördergig über grandiose Absatzzahlen am Merchstand freuen, denn jeder wollte mit seinem Kauf bekunden, dabeigewesen zu sein. Es ist nicht einmal ansatzweise übertrieben wenn ich sage, dass dieser Auftritt das Beste gewesen ist, was ich als Festival-Performance in diesem Jahr gesehen habe...knapp vor Deserted Fear in Protzen, die am nächsten Tag...naja...dazu kommen wir später. Erst einmal noch ein Hoch auf Benighted und ein leicht dezent gequiektes: Ne Cro Breeeeeeeeeeeeed. Hammer!!!!
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt im letzten Jahr, zwischen den Umbaupausen auf einer kleinen Bühne ein paar Coverbands auftreten zu lassen (über die anfangs dort spielenden Torturebitch schrieb ich ja anfangs was), ging die Geschichte in die zweite Runde und Kneipenterroristen Frontmann Jörn Rüter begeisterte als waschechtes Lemmys-Plagiat mit seiner Truppe Motörment die Massen mit einer ausgedehnten Zeitreise in das Schaffenswerk des viel zu früh von uns gegangenen Kultmusikers. Kollege Robsess jedenfalls schwang eifrig die Matte...Klasse...also die Band, nicht der junge, neue Kollege aus der Landeshauptstadt McPomms. [od]
Was hatte ich mich auf Manos gefreut! Beim Gahlen Moscht hatte ich sie verpasst und zum Protzen konnte ich leider nicht, also freute ich mich wie Sau! Naja was dann aber kam war eher ernüchternd. Ich war aber auch schon ganz schön KO muss ich dazu sagen. Die Spaß-Boygroup startete mit dem Song „Genocide“ und eröffnete damit recht ernst ihre Show. Das zog sich auch erst mal so durch bis es zum Schluss mit den bekannten Party Songs los ging. Ich fand es eher ernüchternd und leider hatte ich mich, glaube ich, zu doll auf die Band gefreut.

Weiter ging es dann mit den ausgemusterten Hotelanimateuren von Suicidal Angels. Jetzt mal wirklich, Posen und die Leute mitziehen können die 4 Griechen ja echt. Musikalisch lieferten sie auch ein ordentliches Brett ab und konnten gut Punkten. Ich hatte sie dieses Jahr 3 Mal gesehen und muss sagen, dass sie beim RUDE echt noch mal alles gegeben haben. Was für eine coole Live Combo.

Die Headliner des Tages waren Dark Funeral! Die Schweden hatten es nach der Sirtakieinlage aber echt schwer das Publikum zu überzeugen. Die Leute vor der Bühne teilten sich wirklich auf in „find ich richtig geil“ und „naja is jetzt irgendwie n bisschen langweilig!“ Ich persönlich fand es auch ein wenig lahm. Musikalisch waren sie gut aber nachdem soviel Ouzo und Gyros unter das Volk gefeuert wurde, konnte man mit Black Metal echt nicht überzeugen. Leider eine schlechte Zusammenstellung der Running Order.[jw]
Reichte dann heute auch für den ersten Tag und das Partyvolk verzog sich so langsam in Richtung heimisches Zelt, welches trotz wechselhafter Wetterprognose einen trockenen und sicheren Unterschlupf für die schnapsgeschwängerten, dahinschleichenden Untoten, zu denen ich mich auch zählte, bieten sollte. Bis morgen....[od]
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