NICHTS NACHSPIELEN, NICHTS KOPIEREN



Thomas Gurrath, aka Debauchery, polarisiert die Szene. Ja, ich kenne viele, die auf seine Art von Metal schimpfen, sogar ins Lächerliche ziehen und so richtig viele Anhänger in unserer Redaktion hat er auch nicht…ABER…DAS was er macht, mit dieser Leidenschaft und Enthusiasmus, sollte einem schon ein wenig Respekt abringen. So geht es mir immer wieder bei neuen Werken aus dem Gurrath’schen Universum, denn überraschen tut der Schwabe immer wieder.

Diesmal mit seiner Dreier CD „Monster Metal“, die alles bietet, was sich der geneigte Fan von Debauchery immer erträumt hat. Aber auch hier gab es viele kritische Stimmen und sogar Jano, ausgewiesener Fan des Judas Priest Maniacs Thomas, vergab lediglich 6,66 Punkte, wollte aber (oder vielleicht genau deswegen) mit dem BloodGod etwas tiefer schürfen

Moin Thomas, wie geht's dir derzeit im Leben mit Corona? Privat sieht's ja ganz gut aus mit deiner Hochzeit und neuem Haus und so, aber wie geht's dir musikalisch?

Hallo, bei mir ist alles in Ordnung. Ich bin schon vor 5 Jahren aufs Land umgezogen, was bei den hohen Mieten in Stuttgart auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Hier habe ich auch mein Lager und alle meine Sachen zusammen und nicht über die ganze Stadt verteilt. Und wie soll es mir musikalisch gehen? Ich kann die Musik machen, die ich selbst mag. Was kann man mehr erwarten? Also es geht gut.

Auf der neuen Platte „Monster Metal“ hast du dir ja einen richtig geilen Gastsänger geangelt, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Tim "Ripper" Owen?

„Jugulator“ ist ein Meisterwerk und als Priestfan ist es für mich natürlich mega cool, dass er mitgemacht hat. Ich hatte das schon vor vielen Jahren versucht, aber da hat es leider nicht geklappt. Jetzt sitzen wegen Corona alle zuhause und haben Zeit für sowas. 

Würdest du Debauchery noch als Death Metal oder Death'n'Roll beschreiben oder ist der neue Album Titel auch dahingehend eher die neue musikalische Beschreibung? Monster Metal passt ja zu allen 3 Versionen der Band.

Um ehrlich zu sein, habe ich Schwierigkeiten mit all den Sparten und Genrebezeichnungen. Als ich angefangen habe Musik zu machen wollte ich einfach Rock und Metal spielen. So wie Priest oder AC/DC. Ich habe keinen Sänger gefunden und mit meiner Stimme das gemacht, was ich am besten konnte. So ist der DEBAUCHERY Sound entstanden. Mit DEBAUCHERY mache ich das, was ich immer gemacht habe. Metal über Monster. Monster Metal eben. Der Albumtitel war also längst überfällig.

Warum variierst du die Songs nicht untereinander? Also warum lässt du das Instrumentale gleich? BloodGod ist ja als Hardrock Projekt (damals noch als BigBall) gestartet. Man könnte ja die Debauchery Songs von den Drums her eher Deathiger und die BloodGod Songs rockiger und die Balgeroth Songs stumpfer a‘la Rammstein z.B. machen. So eine Art „sing mein Song“ im BloodGod Universum?

Wenn ich die Instrumente anders mache, ist es ein anderer Song. Bei einem Album gibt es immer eine Haupt CD. Die bestimmt den Sound. Die extra Versionen sind nur andere Stimmen.

Ursprünglich kommt die Idee ja von dem BLOOD GOD Album "No brain but balls". Als ich die ganze CD fertig hatte, dachte ich mir den DEBAUCHERY Hörern würde eine Version mit der DEBAUCHERY Stimme bestimmt gefallen. Über die letzten 10 Jahre habe ich versucht dies so gut wie möglich weiterzuführen. Es passt nicht immer jede Stimme zu jedem Song. Deshalb gibt es auf Monster Metal auch 10 Songs und bei der BALGEROTH Version nur 5. 

Das Schlagzeug ist so, wie es am besten zu den Riffs passt. Ich mag alles minimalistisch und auf den Punkt. Perfekt ist es dann, wenn man etwas nicht weiter reduzieren kann. Jeder Schlag und jedes Fill ist genauso wie es sein muss. 

Wenn ich unendlich viel Geld hätte, würde ich die Blood God Versionen von diesem Album mit auf E gestimmten Gitarren und mehr Blackstar Sound als Engl Sound anbieten. Aber das wäre von den Kosten her ein neues Album. Da meine Bonus CDs gratis dabei sind, ist das leider nicht finanzierbar. Es wäre auch eher teure Spielerei. Ich bin nicht sicher, ob es so wichtig ist, ob die Gitarre über einen Blackstar oder über einen Engl kommt. Wenn der Song fett ist, klingt beides cool.

Wie siehts aktuell mit der Bandbesetzung aus? Es hat sich ja in den letzten Jahren wieder einiges getan bei dir.

Wie seit Anfang an habe ich keine feste Besetzung, sondern ein Team aus Live Musikern, die so wie es ihre beruflichen Verpflichtungen erlauben, bei den Shows mitmachen.

Hast du dir für die aktuelle Platte Monster Metal musikalische Unterstützung (außer den Ripper) geholt oder hast du alles alleine eingespielt und geschrieben?

Ich habe wieder alles alleine geschrieben. Aufgenommen habe ich es wie immer bei Dennis Ward (Krokus, Unisonic, Helloween), er hat eigentlich auch wie immer den Bass gespielt. Drums wurden von Tomasz - meinem besten Freund aus der Schulzeit - eingespielt. Er hat in der Vergangenheit auch bei Continue To Kill, Rockers & War und Germany's next Death Metal das Schlagzeug gespielt.

Aktuell kann man ja recht wenig planen aber hast du schon Ideen wie es weiter geht mit den Bands? Hast du Live schon was in Planung oder konzentrierst du dich gerade eher auf neue Musik?

Es sind einige Monster Metal Shows geplant und auch noch das Wolfsfest mit BALGEROTH. Das wurde von 2020 verschoben, aber mal sehen was klappt. Viele Termine sind auch in Bewegung. Bisher habe ich nichts veröffentlicht, um niemand zu verwirren.

Hast du schonmal daran gedacht einen richtigen Roman zu veröffentlichen? Es gibt ja im Warhammer Universum diverse Bücher. Ich denke du könntest mit deinen Figuren bestimmt auch ein richtiges Buch oder ein Comic oder so etwas machen.

Einen Teil meiner Hintergrundgeschichte habe ich in den Carnage Bücher und diversen Debauchery Artbooks veröffentlicht. Man kann zum Beispiel auch das Bestiarium Balgerothum noch als PDF auf www.debauchery.de und www.balgeroth.rocks jeweils unter Universum finden. Evtl. biete ich es zum nächsten Balgeroth Album in erweiterter Form wieder als Buch an. Bei Warhammer gibt es unzählige Romane und Geschichten. Und ich habe auch unzählige davon gelesen. Graham McNeill, einer von deren Bestseller Autoren hilft mir immer wieder beim englischen Teil meines DEBAUCHERY UNIVERSUMS. So auch bei der neuen englischen Biographie.

Aber bei Games Workshop arbeitet ein Team von Hunderten von Leuten. Autoren, Künstlern, Spieleentwickler. Ich bin nur ein Typ und mache eigentlich alles selbst. Also Stoff für einen richtigen Roman hätte ich, aber ich bin froh, wenn ich zumindest die wichtigsten Teile der Hintergrundgeschichte veröffentlichen kann.


Wie stehst du persönlich zu dem neuen Album? Ist es dir leicht gefallen die Songs zu schreiben oder bist du durch die Pandemie auch eher etwas gedrückt? Es gibt ja Bands, die ein kreatives Loch haben, wenn sie nicht Proben können oder Live spielen können. Erzähl doch mal was zur Entstehung der Platte.

Mir fällt es eigentlich immer leicht Musik zu schreiben. Es ist harte Arbeit, bis die Songs dann perfektioniert sind und wirklich alles passt. Aber die Grundideen und Riffmaterial habe ich immer viel. Es ist auch das was ich gerne mache. Ich mache Musik, um Musik zu kreieren. Ich will nichts nachspielen, nichts kopieren, sondern neue Songs schreiben. Ich habe fast zwei Jahre an den neuen Sachen gearbeitet und sie aufgenommen, die erste Veröffentlichung davon ist Monster Metal. Corona war eher eine Hilfe dabei, da alle Shows und alle organisatorischen Sachen, die einen sonst ablenken weggefallen sind.

Gibt es noch irgendetwas, dass du deinen Fans da draußen sagen möchtest?

Jeder Song von Monster Metal hat ein Video. Sie kommen alle in der nächsten Zeit auf meinen YouTube Kanal. Viel Spaß damit und bleibt gesund.



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